Fernziele, Neuseeland
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Roaring Billy Falls – Schöner Wasserfall, fiese Sandfliegen

Roaring Billy Falls Schöner Wasserfall, fiese Sandfliegen (8)

Manchmal merkt man erst vor Ort, was in Neuseeland wirklich zur West Coast gehört. Regenwald, Flussbetten, Wasserfälle – und Sandfliegen. Bei den Roaring Billy Falls bekamen wir alles zusammen: einen schönen kurzen Weg durch den Wald, das laute Rauschen des Wassers und dann eine Begegnung mit diesen kleinen Biestern, die unseren Aufenthalt unerwartet und deutlich verkürzte.

Ein kurzer Stopp am Haast Highway

Wir hielten am Parkplatz der Roaring Billy Falls, direkt am Haast Highway. Der kleine Walk liegt im Mount Aspiring National Park, etwa 30 Kilometer südlich der Haast Township, und wird vom Department of Conservation als kurzer Weg durch Wald bis zum Haast River beschrieben. So weit so richtig und von dort blickt man auf die Fälle auf der anderen Flussseite.Roaring Billy Falls Schöner Wasserfall, fiese Sandfliegen (2)

Zuerst zogen wir uns am Auto noch ordentlich die Wanderschuhe an. Man weiß ja nie so genau, wie der Weg wirklich beschaffen ist, auch wenn er auf dem Schild erst einmal kurz und einfach klingt – gerade in Neuseeland. Am Ende war der Weg aber gut machbar und führte durch ein kleines Waldstück, das sofort wieder dieses typische West-Coast-Gefühl hatte: feucht, grün, dicht und ein bisschen verwunschen.

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Schon aus der Entfernung hörten wir das Rauschen des Wasserfalls. Erst nur als dumpfes Geräusch zwischen den Bäumen, dann immer deutlicher. Dieses Geräusch zieht einen automatisch weiter. Man möchte sehen, woher es kommt.Roaring Billy Falls Schöner Wasserfall, fiese Sandfliegen (1)

Durch den Wald zum Flussbett

Nach dem Wald öffnete sich plötzlich die Landschaft. Vor uns lag ein breites, steiniges Flussbett, dahinter die Berge, und auf der anderen Seite stürzten die Roaring Billy Falls über die Felsen hinunter. Der Wasserfall ist etwa 30 Meter hoch und wird als Kaskadenwasserfall beschrieben.

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Das Schöne an diesem Ort ist genau dieser Moment: Man kommt aus dem grünen Wald heraus und steht plötzlich in einer ganz anderen Kulisse. Nicht direkt unter dem Wasserfall, sondern mit etwas Abstand. Das macht den Blick weit und offen. Man sieht das Wasser, das Gestein, den Fluss und diese typische wilde West-Coast-Landschaft.

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Wir liefen ungefähr bis zur Hälfte durch das Flussbett. Der Wasserfall sah wirklich schön aus, und sein Rauschen war kräftig genug, um den Namen „Roaring Billy“ durchaus nachvollziehbar zu machen. Aber dann kam der zweite Teil dieses Ausflugs.

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Die erste große Begegnung mit Sandfliegen

Zum Glück hatten wir lange Hosen an. Plötzlich bemerkten wir, dass sich überall kleine schwarze Fliegen auf dem Stoff absetzten. Erst ein paar, dann immer mehr. Und dann war klar: Das sind Sandfliegen.

Wer noch nie mit neuseeländischen Sandfliegen zu tun hatte, unterschätzt sie vielleicht. Es sind keine harmlosen kleinen Mücken, die ein bisschen nerven. In Neuseeland handelt es sich bei den sogenannten Sandflies eigentlich um Blackflies aus der Familie Simuliidae. Nur die Weibchen beißen, weil sie Blut für die Eierproduktion brauchen.

Und ja, sie beißen wirklich. Sie stechen nicht wie Mücken, sondern schneiden die Haut mi ihren Mundscheren leicht an (den Gerüchten nach urinieren sie dann rein, um die Gerinnung zu verhindern → das juckt dann auch später so) und nehmen Blut auf. Genau deshalb können die Bissstellen so unangenehm werden und oft lange jucken. Te Ara beschreibt besonders die West Coast und Fiordland als klassische Sandfly-Gebiete der Südinsel. Super!

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Wir merkten schnell: Stehenbleiben ist keine gute Idee. Sandfliegen finden jede nicht bewegte, ungeschützte Hautstelle mit beeindruckender und im wahrsten Sinne des Wortes verbissener Zuverlässigkeit. Hände, Knöchel, Nacken – alles, was irgendwie erreichbar ist. Und auch wenn die kleinen Viecher (zumindest in Neuseeland!) keine Krankheiten übertragen, können ihre Bisse ziemlich heftig jucken. Health New Zealand weist sogar darauf hin, dass Besucher, die Sandfliegen nicht gewohnt sind, stärker reagieren können. Wir hatten auch sehr viel und langen Spaß damit.

Flucht zurück zum Auto

Der schöne Wasserfall rückte dann ziemlich schnell in den Hintergrund. Wir beschlossen, dass wir genug gesehen hatten, und machten uns auf den Rückweg. Aus gemütlichem Naturstopp wurde eine recht zügige Flucht durch das Flussbett zurück in den Wald und weiter zum Parkplatz.

Am Auto machten wir dann den nächsten Fehler. Wir ließen die Türen zu lange offen. Natürlich nutzten einige Sandfliegen die Gelegenheit und kamen mit hinein. Das war dann noch einmal ein kleines Nachspiel unseres Ausflugs.

Losgeworden sind wir sie übrigens erst während der Fahrt. Fenster auf, Luftzug rein, und irgendwann wurden die letzten Mitfahrer durch den Unterdruck wieder nach draußen befördert. Es klingt im Nachhinein lustig, war in dem Moment aber wirklich nervig.Roaring Billy Falls Schöner Wasserfall, fiese Sandfliegen (10)

Unser Fazit

Die Roaring Billy Falls sind ein schöner kurzer Stopp am Haast Highway. Der Weg durch den Wald ist angenehm, das breite Flussbett eindrucksvoll und der Blick auf den Wasserfall lohnt sich auf jeden Fall. Man sollte nur wissen: Gerade an der West Coast und in der Nähe von Wasser können Sandfliegen wirklich zur Plage werden.

Für uns war es die erste richtig deutliche Begegnung mit diesen kleinen Biestern – und sie sollten uns auf der Reise noch weiter beschäftigen. Der Wasserfall selbst bleibt trotzdem positiv in Erinnerung, nur eben mit einem sehr klaren Zusatz: Lange Kleidung, Insektenschutz und am besten die Autotüren nicht unnötig lange offen lassen.

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