Ein faszinierender Mix aus Amalfiküste und kalifornischer Steppe zwang uns zwischen Wanaka und Hawea immer wieder zum Anhalten.
Auf der Fahrt nach Wanaka boten sich uns immer wieder tolle Lookouts, die einen Zwischenstopp mehr als wert waren. Wir fuhren dabei am Lake Wanaka entlang und die Szenerie wirkte streckenweise fast so, als würden wir an der Amalfiküste entlangfahren: kurvige Straße direkt am Wasser, dahinter steil aufragende Berge, nur dass die Straßen hier deutlich breiter ausfielen als ihr italienisches Vorbild. Kein Wunder, dass Lake Wanaka zu den meistfotografierten Seen des Landes zählt. Schließlich handelt es sich um ein echtes Naturwunder der Eiszeit: Das Seebecken wurde vor vielen tausend Jahren von gewaltigen Gletschersystemen ausgeschürft, die vom Hauptkamm der Südalpen zwischen Mount Aspiring und dem Hunter River herabflossen. Als sich das Eis vor rund 10.000 Jahren endgültig zurückzog, blieb eine markante Endmoräne zurück, ein Schuttwall aus Gestein und Geröll, der bis heute das untere Ende des Sees umschließt und sogar die heutige Ortschaft Wanaka einrahmt. Der See selbst ist knapp 200 Quadratkilometer groß und stellenweise über 300 Meter tief, damit einer der tiefsten Seen des Landes.
Die Landschaft dabei sah wirklich ziemlich cool aus, weshalb wir am Lake Wanaka Lookout gleich den nächsten Halt einlegten. Kurze Zeit später hielten wir noch einmal am Seitenstreifen, um einen weiteren Blick auf das türkisblaue Wasser und die umliegenden Berge zu genießen, die Aussicht war einfach zu gut, um einfach weiterzufahren.
Lake Hawea und ein ungewöhnlicher Landschaftsmix
Auch am Lake Hawea gab es einen Lookout, den wir uns natürlich nicht entgehen ließen. Der See liegt nur durch einen schmalen, gerade einmal einen Kilometer breiten Bergrücken namens The Neck von seinem großen Nachbarn Lake Wanaka getrennt und entstand geologisch auf ganz ähnliche Weise: Auch hier hinterließ ein zurückweichender Gletscher vor rund 10.000 Jahren eine mächtige Endmoräne, die das Wasser aufstaute und so den heutigen See formte. Mit 35 Kilometern Länge, einer maximalen Tiefe von 392 Metern und einer Fläche von gut 140 Quadratkilometern zählt Lake Hawea auch zu den tiefsten Seen Neuseelands und steht seinem Nachbarn an Ausdehnung kaum nach, wirkt aber insgesamt ruhiger und weniger touristisch erschlossen. Die Wassertemperatur schwankt dabei deutlich mit den Jahreszeiten: Im Sommer erwärmt sich der See auf maximal 15 bis 20 Grad, im Winter kühlt er auf frische 5 bis 10 Grad ab.
Toll sah es auch hier aus und das Wetter spielte an diesem Tag ebenfalls super mit. Auch entlang des Lake Hawea erinnerten uns die Straßen wieder an die Amalfiküste, während die Landschaft selbst immer wieder leicht steppig wirkte. Dazu gesellten sich vereinzelt Palmen am Straßenrand, ein wirklich interessanter Mix aus mediterranem Flair, trockener Steppenlandschaft und subtropischer Vegetation, mitten zwischen schneebedeckten Gipfeln der Südalpen. Diese ungewöhnliche Kombination ist typisch für die Region rund um Wanaka und Hawea, wo das trockene, kontinentale Klima des Otago-Beckens auf die feuchten Ausläufer der Berge trifft und so ein ganz eigenes Mikroklima entstehen lässt.









