Im Lake Matheson spiegelt sich der höchsten Berge Neuseelands – wenn das Wetter mitspielt.
Mit dem Auto fuhren wir zum Lake Matheson, wo wir direkt am See parken konnten. Bevor wir uns auf den Weg machten, kehrten wir erst einmal im dortigen Café ein, das allerdings nur bis 15 Uhr geöffnet hatte. Kaffee und Kuchen schmeckten hervorragend. Die Plätze waren aber sehr heiß begehrt, kein Wunder, schließlich ist dieser Ort eines der bekanntesten Ausflugsziele der gesamten Westküste.
Der berühmteste Spiegelsee Neuseelands
Der Lake Matheson ist auch als Spiegelsee bekannt und das aus gutem Grund. Sein Wasser ist von Natur aus dunkelbraun gefärbt, ein Ergebnis von organischem Material und Tanninen, die über Jahrtausende aus dem Waldboden der umgebenden Regenwälder ins Wasser eingesickert sind. Genau diese dunkle Farbe verleiht der Oberfläche bei völliger Windstille eine fast schon unwirkliche Spiegelwirkung, in der sich die umliegende Landschaft wie in einem perfekten Gemälde widerspiegelt. Kein Wunder, dass hier auch das neuseeländische Fremdenverkehrsamt gerne Bilder macht, der See dient längst als eines der Aushängeschilder für den Tourismus im ganzen Land.
Der See selbst ist noch gar nicht so alt, zumindest nicht im geologischen Maßstab: Er entstand erst vor rund 14.000 Jahren, als sich der Fox Glacier gegen Ende der letzten großen Eiszeit endgültig aus dieser Gegend zurückzog. Der Gletscher hatte sich einst bis weit über die Küstenebene hinaus erstreckt und dabei riesige Mengen an Geröll und Gesteinsmaterial abgelagert. Als er sich zurückzog, hinterließ er in dieser Senke einen gewaltigen, von dicken Moränenschichten isolierten Eisblock, der nach und nach schmolz und dabei allmählich zusammenfiel, wodurch sich die heutige Seemulde bildete. Umliegende Moränen, Schwemmkies und Flussgeröll dämmten das entstehende Gewässer weiter ein, bis es sich mit Wasser aus kleinen Bächen und Sickerwasser füllte, größere Zu- oder Abflüsse besitzt der See bis heute nicht. Die Maori nannten den See Te Ara Kairaumati und nutzten ihn traditionell als Nahrungsquelle.
Berühmt ist der See vor allem für die Aussicht, die sich bei gutem Wetter bietet: Sowohl der Mount Cook, mit 3.724 Metern der höchste Berg Neuseelands, als auch der benachbarte Mount Tasman mit seinen 3.497 Metern lassen sich von hier aus theoretisch bewundern, gespiegelt in der ruhigen Wasserfläche. Voraussetzung dafür sind allerdings zwei Dinge gleichzeitig: Der See muss völlig still liegen, und die Berge dürfen sich nicht in Wolken verstecken. An unserem Tag war leider keine der beiden Bedingungen erfüllt, dennoch war es auch so ein wirklich schöner Anblick, umgeben von dichtem, urwaldartigem Regenwald, der den See fast vollständig einrahmt.
Rundweg oder kurzer Abstecher zum Jetty
Rund um den Lake Matheson führt ein gut ausgebauter Rundweg, der insgesamt etwa 1,5 Stunden in Anspruch nimmt und als sehr leichte Wanderung gilt, ganz ohne nennenswerte Steigungen und auf durchgehend gutem Untergrund. Wer es kürzer mag, kann alternativ auch nur die ersten 15 bis 20 Minuten bis zum ersten Aussichtspunkt laufen, dem sogenannten Jetty, einem kleinen Holzsteg, der ein Stück in den See hineinragt und einen ersten schönen Blick auf die Wasserfläche freigibt. Dieser kurze Abschnitt des Weges ist sogar rollstuhlgängig. Wer den kompletten Rundweg läuft, kommt zudem an weiteren berühmten Aussichtspunkten vorbei, etwa der sogenannten „View of Views“ am oberen Ende des Sees und der Reflection Island, beide bekannt für besonders eindrucksvolle Spiegelungen der umliegenden Bergwelt. Der Weg führt dabei auch über eine Hängebrücke, die den Clearwater River überspannt, bevor er wieder zurück zum Ausgangspunkt beim Café führt.















