Fernziele, Neuseeland
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Minnehaha Walk oder ein kurzer Regenwaldbesuch

Minnehaha Walk (1)

Zwischen leuchtenden Speichelfäden und dichtem Farnwerk führte uns dieser kurze aber stimmungsvolle Spaziergang direkt von unserer Unterkunft aus mitten in den Regenwald von Fox Glacier.

Heute ging es für uns zum Minnehaha Walk, einem kurzen, aber sehr schönen Weg, der bequem zu Fuß von unserer Unterkunft aus zu erreichen war. Der Weg schlängelt sich als 1,2 Kilometer langer Rundweg entlang eines kleinen Bachlaufs mitten durch üppigen Regenwald und ist in rund 20 Minuten zu bewältigen, wobei die Route über den Te Weheka Walkway beziehungsweise Cycleway zurück zum Ausgangspunkt führt. Der Minnehaha Walk gilt als leicht zugänglich und ist sogar für Rollstühle und Kinderwagen geeignet, festes Schuhwerk ist trotzdem empfehlenswert. Hunde und Fahrräder sind auf dem Weg selbst allerdings nicht erlaubt, ein guter Kompromiss zwischen Naturerlebnis und Ruhe für die zahlreichen Tiere, die sich hier tummeln.Minnehaha Walk (3)

Auf der Suche nach Glühwürmchen

Der Weg ist auch bei Nacht ein beliebtes Ziel, denn hier gibt es Glühwürmchen zu entdecken, und genau danach hielten wir während unseres Spaziergangs eifrig Ausschau. Am besten kommt man dafür nach Einbruch der Dunkelheit mit einer Taschenlampe, hält sich an markierte Reflektorpunkte am Boden, die gute Beobachtungsstellen kennzeichnen, schaltet das Licht am Zielort aus, bleibt ruhig und wartet, bis sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben. Am ehesten findet man die kleinen Lichtquellen dabei weiter unten, insbesondere an und unter großen, umgestürzten Bäumen. Wir suchten die markierten Stellen also genauestens ab und wurden dabei tatsächlich fündig, allerdings waren es deutlich weniger Glühwürmchen zu sehen als noch am Glow Worm Dell in Hokitika.

Dafür entdeckten wir zahlreiche Speichelfäden entlang des Weges, jene feinen, klebrigen Fangfäden, mit denen die Glühwürmchen ihre Beute jagen. Titiwai, wie die Maori sie nennen, sind streng genommen überhaupt keine Würmer, sondern die Larven der Pilzmücke. Um Beute anzulocken und Fressfeinde abzuschrecken, erzeugen sie in kleinen Röhrchen am Hinterleib Chemikalien, die bei Kontakt mit Luft ein feines, blaugrünes Licht produzieren. Die Larve baut sich dafür eine flexible Röhre aus Schleim und Seide, von der aus sie klebrige Schleimtröpfchen im Abstand herabhängen lässt und dann einfach wartet. Fliegt ein Insekt im Dunkeln dem Licht entgegen, verfängt es sich in der klebrigen Falle, die Larve spürt das Zappeln, zieht den Faden mit dem Mund ein, tötet die Beute und frisst sie oder saugt ihre Säfte aus. Ist die Larve besonders hungrig, leuchtet sie sogar noch heller, um für ihre Beute attraktiver zu wirken.

Gefressen wird dabei fast alles, was fliegt, kleine Mücken, Eintagsfliegen und Köcherfliegen, aber auch Spinnen, Springschwänze und Tausendfüßler, und wehe, ein Nachbar kommt der eigenen Larve zu nahe: Auch die eigenen Artgenossen stehen dann gelegentlich auf dem Speiseplan, während zu große oder unerwünschte Beute einfach wieder abgeschnitten und freigelassen wird. Erwachsene Pilzmücken leuchten übrigens ebenfalls, und zwar beiderlei Geschlechts, allerdings nur wenige Tage lang, gerade lange genug, um im Dunkeln einen Partner zu finden und Eier zu legen, denn ausgewachsene Tiere besitzen nicht einmal mehr ein funktionsfähiges Mundwerk und können daher gar keine Nahrung mehr aufnehmen.

Zwischen Farnen und Fächerschwänzen

Minnehaha Walk (10)Der Weg selbst war auch dieses Mal wieder sehr mystisch, mit dichtem Farnbewuchs, moosbedeckten Baumstämmen und dem leisen Rauschen des begleitenden Bachs, wenngleich die Atmosphäre nicht ganz so eindringlich war wie beim Moraine Walk. Immer wieder huschten kleine Vögel durchs Unterholz, unter anderem mehrfach ein Neuseelandfächerschwanz, ein neugieriger kleiner Vogel mit charakteristischem, fächerartig aufgestelltem Schwanz, weißem Überaugenstreif und rostbrauner Brust, der u..a. in Neuseeland beheimatet ist. Die possierlichen Vögel sind bekannt dafür, sich gerne in Wandernähe aufzuhalten, wohl auch, weil aufgewirbelte Insekten für sie eine leichte Beute darstellen.Minnehaha Walk (5)

Fazit

Insgesamt war der Minnehaha Walk trotz seiner Kürze ein rundum gelungener kleiner Abstecher direkt vor der Haustür, der uns einen weiteren stimmungsvollen Einblick in den Regenwald der Region verschaffte, ganz ohne, dass wir dafür überhaupt ins Auto steigen mussten.Minnehaha Walk (13)

Hier findet ihr den Minnehaha Walk:

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