Fernziele, Neuseeland
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Waitomo Caves in Neuseeland: Unter der Erde bei den Glühwürmchen

Waitomo Caves in Neuseeland (9)

Manchmal beginnt ein Erlebnis ganz unscheinbar in einem Besucherzentrum und endet wenig später unter einem Himmel aus winzigen blauen Lichtern. So ging es uns in den Waitomo Caves.

Ankommen im Ruakuri Visitor Centre

Unser Besuch startete am Ruakuri Visitor Centre. Schon von außen wirkte alles gut organisiert, aber nicht übertrieben inszeniert. Wir informierten uns zuerst in dem recht funktional gehaltenen Zentrum (das uns sehr gefiel) über die Höhlen, ihre Geschichte und die besondere Verbindung der Region zu den Māori. Der Name Waitomo setzt sich aus den Māori-Worten „wai“ für Wasser und „tomo“ für Loch oder Schacht zusammen – irgendwie ziemlich passend für eine Landschaft, in der sich Wasser über lange Zeit tief in den Kalkstein gearbeitet hat und dies noch immer tut.Waitomo Caves in Neuseeland (5)

Danach wurden wir auf die andere Straßenseite gebracht und stiegen in die eigentliche Höhle hinab. Und dieser Einstieg war schon für sich ein Erlebnis – statt einfach nur ein paar Treppen hinunterzugehen, führte uns ein großes spiralförmiges Rondell in die Tiefe. Runde um Runde liefen wir nach unten, während das Licht langsam schwächer wurde und die Höhlenstimmung immer stärker.Waitomo Caves in Neuseeland (1) Waitomo Caves in Neuseeland (2)

Diese Spirale bildet somit auch den Eingang zur Ruakuri Cave. Die Höhle wurde 2005 nach langer Schließzeit wiedereröffnet und der neue Zugang wurde bewusst abseits des alten Eingangs gebaut, weil dieser für die Māori als heiliger Ort gilt. Außerdem ist Ruakuri heute durch diese nahezu barrierefreie Spirale selbst für Rollstühle und Kinderwagen zugänglich.Waitomo Caves in Neuseeland (4) Waitomo Caves in Neuseeland (3)

Zwischen Kalkstein, Stalaktiten und Stille

Unten angekommen, wurde es kühl, feucht und still. Und schön erfrischend in Anbetracht der hohen Außentemperaturen. Wir liefen durch Gänge, die über unvorstellbar lange Zeit entstanden sind und überall hingen und wuchsen noch immer Formen aus Kalkstein: Stalaktiten von oben, Stalagmiten von unten, dazu Vorhänge, Kanten und Strukturen, die im Licht der Lampen fast weich wirkten – aber natürlich mehr oder weniger hartes Gestein sind.Waitomo Caves in Neuseeland (6)

Besonders beeindruckend fanden wir, wie nah man an manchen Formationen vorbeiging. Gleichzeitig wurde immer wieder klar gemacht (was eigentlich selbstverständlich sein sollte): Anfassen ist nicht! Solche Höhlen wachsen unfassbar langsam und ein kurzer Griff mit der Hand kann mehr kaputtmachen, als man im ersten Moment denkt.Waitomo Caves in Neuseeland (7)

Die Ruakuri Cave selbst hat übrigens eine recht spannende Geschichte. Der Name bedeutet sinngemäß „Höhle der Hunde“. Einer Māori-Legende nach wurde sie vor 400 bis 500 Jahren von einem jungen Mann entdeckt, der beim Vogelfang von wilden Hunden überrascht wurde. Später wurde der ursprüngliche Eingang auch als Begräbnisstätte genutzt, was erklärt, warum der heutige Zugang so bewusst anders angelegt wurde.Waitomo Caves in Neuseeland (14)

Die Sache mit den Glühwürmchen

Natürlich waren die Glühwürmchen der heimliche Star unseres Besuchs. Wobei „Glühwürmchen“ eigentlich irreführend ist. In Neuseeland handelt es sich um die Larven von Arachnocampa luminosa, einer Insektenart, die nur dort vorkommt und eben etwas speziell ist. Sie leuchten nämlich nicht zur Dekoration, sondern zum Jagen!Waitomo Caves in Neuseeland (8)

Die Larven lassen feine, klebrige „Spucke“-Fäden von der Höhlendecke hängen. Kleine Insekten werden vom bläulichen Licht angelockt, bleiben an diesen Fäden hängen und werden anschließend nach oben gezogen und gefressen. Das klingt im ersten Moment fast niedlich, ist aber eigentlich ein ziemlich ausgeklügeltes kleines Höhlen-Raubtiersystem.

Wir mussten tatsächlich aufpassen, an manchen Stellen nicht zu nah an den Felsen entlangzulaufen. Die Fäden hingen wie hauchdünne Perlenschnüre in der Dunkelheit. Wunderschön anzusehen (von hinten beleuchtet mit der Taschenlampe), aber man möchte weder mit den Haaren darin hängen bleiben noch versehentlich etwas zerstören. Oder gar gefressen werden. 😉

An einigen Stellen der Höhle war es dann auch wirklich sehr dunkel, bzw. der Guide machte das Licht aus. Und dann konnte man sie auch sehr schön an der Decke hängen und Leuchten sehen. Mit bloßem Auge war das wirklich wunderschön. Die Kamera hatte dagegen kaum eine Chance. Durch die Dunkelheit und die nötige, lange Belichtungszeit ließ sich dieser Eindruck kaum einfangen. Aber vielleicht ist das gar nicht schlimm. Manche Momente bleiben besser im Kopf als auf der Speicherkarte.Waitomo Caves in Neuseeland (17)

Anschließend in die Waitomo Glowworm Cave

Nach der Ruakuri Cave ging es für uns noch weiter in die Waitomo Glowworm Cave. Auch hier ist alles sehr gut organisiert, aber die Atmosphäre war noch einmal anders. In dieser Höhle steht das Erlebnis mit den Glühwürmchen noch stärker im Mittelpunkt und besonders die Bootsfahrt am Ende ist das, wofür Waitomo eigentlich so berühmt ist.

Wichtig zu wissen: In der Waitomo Glowworm Cave sind Fotografieren und Filmen streng verboten. Deshalb gibt es von dort auch keine Innenaufnahmen von uns. Einerseits ist das natürlich schade, weil man diesen Anblick gerne festhalten würde. Andererseits versteht man es sofort, wenn man dort ist. Die Ruhe, die Dunkelheit und das Leuchten funktionieren nur, wenn nicht ständig Displays, Kameralichter oder Auslöser dazwischenfunken. Und irgendwelche Trottel kriegen es ja dann doch nicht hin, den Blitz zu deaktivieren.

Die einzigen Bilder, die wir aus diesem Teil des Besuchs mitgenommen haben, zeigt die Boote, nachdem sie wieder aus der Höhle hinausgefahren sind. Und irgendwie passt das ganz gut. Das eigentliche Erlebnis bleibt im Kopf.

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Heutiger Betrieb der Höhlen

Heute werden Touren in die verschiedenen Waitomo Caves (ja, es sind mehrere!) über Discover Waitomo angeboten. Zur Auswahl stehen unter anderem die Waitomo Glowworm Caves, die Ruakuri Cave und die Aranui Cave. Vorab buchen ist ausdrücklich empfohlen.

→ Zur Website von Discover Waitomo
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Unser Fazit

Unser Besuch in der Ruakuri und den Waitomo Caves im Ganzen war ein tolles, sehr beeindruckendes Neuseeland-Erlebnis. Die Höhlen selbst sind schon sehr imposant, mit ihren Kalksteinformationen, der Tiefe, der Kühle und dieser stillen unterirdischen Atmosphäre. Die Glühwürmchen setzen dem Ganzen dann noch einmal etwas völlig Eigenes auf. Können wir nur guten Gewissens weiterempfehlen!

Wir bedanken uns bei der Ruakuri Cave für die freundliche Kooperation.

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