Nach unserer Wanderung auf den Roys Peak zog es uns noch einmal zurück an den Lake Wānaka. Und ehrlich gesagt: Nach so einem Aufstieg gibt es kaum etwas Besseres, als einfach am Wasser entlangzulaufen, die Berge anzuschauen und das kleine Städtchen auf sich wirken zu lassen. Wānaka war für uns unaufgeregt, schön gelegen und genau die richtige Mischung aus Naturkulisse, Seeufer und entspanntem Ortsleben.
Zurück am See nach dem Roys Peak
Wir fanden ziemlich unkompliziert einen Parkplatz und liefen von dort aus ans Ufer. Das allein ist in einem beliebten Ort wie Wānaka schon angenehm. Keine große Parkplatzsuche, kein Stress, sondern einfach aussteigen und losspazieren.
Der Lake Wānaka ist der viertgrößte See Neuseelands und liegt in der Region Otago, eingerahmt von Bergen und nicht weit entfernt vom Mount Aspiring National Park. Der See ist rund 45 Kilometer lang und umfasst etwa 193 Quadratkilometer. Genau diese Größe spürt man sofort, wenn man am Ufer steht: Das Wasser liegt weit vor einem, dahinter steigen die Berge auf, und je nach Licht wirkt alles mal ruhig, mal dramatisch.
Nach dem Roys Peak war dieses entspannte Schlendern genau richtig. Die Beine waren müde, aber der Kopf wollte noch nicht zurück. Also liefen wir am Wasser entlang, immer mit dieser fantastischen Neuseeland-Kulisse vor uns.
That Wānaka Tree: Der berühmte Baum im Wasser
Natürlich wollten wir auch zu dem Baum, den man inzwischen fast automatisch mit Wānaka verbindet: That Wānaka Tree. Oder genauer gesagt: eine Weide, die am südlichen Ende des Sees direkt im Wasser steht. Der Baum soll ursprünglich aus einem alten Zaunpfahl entstanden sein und ist im Laufe der Jahre zu einem der bekanntesten Fotomotive Neuseelands geworden. Die offizielle Wānaka-Seite beschreibt seine Anfänge vor über 70 Jahren als hölzernen Zaunpfahl, der eigentlich Vieh vom Ufer fernhalten sollte.
Heute ist dieser Baum ein echter Instagram-Hotspot. Sein Ruhm hängt stark mit dem Hashtag #ThatWanakaTree zusammen, und gerade bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang kann es dort richtig voll werden. Der Guardian beschrieb ihn schon vor einigen Jahren als Magneten für Fotografen am Lake Wānaka.
Wir hatten Glück. Als wir dort ankamen, stand gerade niemand direkt am Baum. Für einen kurzen Moment hatten wir dieses berühmte Motiv fast für uns allein: der einzelne Baum im Wasser, dahinter der See, die Berge und dieser weite Himmel. Natürlich machten wir einige Fotos. Als wir später weitergingen, kamen immer mehr Menschen an. Rückblickend war der Bereich dann plötzlich deutlich voller, und wir waren froh, dass wir diesen ruhigen Moment erwischt hatten.
Ein Städtchen, das angenehm unaufgeregt wirkt
Wānaka selbst gefiel uns sehr. Es gibt schöne kleine Geschäfte, Cafés, Eisdielen und Restaurants, aber der Ort wirkte auf uns trotzdem nicht überdreht. Natürlich ist Wānaka beliebt und touristisch. Gleichzeitig hat es sich diese entspannte Atmosphäre bewahrt, die man an einem Seeort gerne hat.
Die offizielle Tourismusseite beschreibt Wānaka als Ort mit starker Berg- und Outdoor-Kultur. Das passt gut zu unserem Eindruck: Hier trifft man Leute mit Wanderschuhen, Fahrrädern, Kajaks, Skiausrüstung oder einfach mit einem Eis in der Hand am Seeufer.
Genau so endete unser Spaziergang dann auch. Wir holten uns ein kleines Eis und setzten uns vor dem Geschäft unter ein Dach. Ein ganz unspektakulärer Moment eigentlich. Aber manchmal bleiben gerade solche Szenen hängen.
Saubere Mülleimer und ein kleines Aha-Erlebnis
Während wir dort saßen, kam eine Putzkolonne vorbei. Sie leerte nicht nur die öffentlichen Mülleimer, sondern reinigte sie tatsächlich auch von außen. Das klingt banal, aber wir fanden es wirklich bemerkenswert.
In Neuseeland war uns schon öfter aufgefallen, wie sorgsam viele öffentliche Orte gepflegt werden. Wanderwege, Toiletten, Parkplätze, Picknickplätze – vieles wirkt ordentlich und mitgedacht. Aber dass jemand öffentliche Mülleimer nicht nur leert, sondern auch noch sauber macht, war für uns ein kleines Aha-Erlebnis.
Es sagte für uns viel über den Umgang mit öffentlichem Raum aus. Dinge, die allen gehören und allen nutzen, werden hier sichtbar ernst genommen. Das fanden wir beeindruckend.
Unser Fazit
Lake Wānaka war für uns ein wunderschöner Ort zum Durchatmen nach dem Roys Peak. Der See, die Berge, das entspannte Städtchen und der Spaziergang am Ufer ergaben genau die richtige Mischung aus Natur und Alltag.
That Wānaka Tree ist natürlich längst kein Geheimtipp mehr. Trotzdem lohnt sich der Abstecher, besonders wenn man einen ruhigeren Moment erwischt. Für uns war Wānaka kein lauter Pflichtstopp, sondern ein angenehmer, schöner und sehr gepflegter Ort, an dem man gerne länger bleibt.













