Apulien, Italien, Nahziele
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Gallipoli und der Topf der Gnome

Gallipoli und der Topf der Gnome (5)

Gallipolis Altstadt glitzert im Abendlicht – wir schlenderten nach der Parkplatzsuche durch dunkle Gassen und zu verschlossenen Restaurants, bis uns eine kleine Osteria mit Salento-Magie rettete. Unser Abend in der Inselstadt.

Gallipoli: Barockperle mit Meeresrauschen – Unser unvergesslicher Abend!

Wir rollten gegen 18 Uhr in Gallipoli ein, die „Schöne Stadt“ (griechisch: Kalé Polis), die seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. auf einer Kalksteininsel im Ionischen Meer thront. Schon die Griechen besiedelten sie wegen des natürlichen Hafens, später kamen Römer, Byzantiner, Normannen und Spanier. Das imposante Castello Angio-Aragonese (13. Jh.) schützte die Stadt vor Piraten, während die barocke Kathedrale di Sant’Agata (17. Jh.) mit ihrer reichen Stuckfassade die Glaubensstärke der Fischer widerspiegelt. Heute zählt Gallipoli zu den „Borghi più Belli d’Italia“ – ein Juwel mit 5.000 Einwohnern auf 1 km²!Gallipoli und der Topf der Gnome (2)

Parkplatzsuche am Hafen

Doch all das nützt nichts, wenn man da nicht irgendwo auch parken kann. Der große Parkplatz im Hafenbereich war bereits ziemlich voll – typisch für Gallipolis Anziehungskraft. Nach einigen Runden wurden wir aber letztlich doch fündig und liefen sodann die massiven Stadt- und Festungsmauern entlang. Mit der untergehenden Sonne wurde es frischer, der Meereswind wehte kräftig – ein Vorgeschmack auf den weiteren Abendspaziergang. Merke: Ende September darf dann doch mal noch ein Pullover extra im Gepäck sein. 😉Gallipoli und der Topf der Gnome (1)

Durch Gassen voller Geschichte

So oder so tauchten wir in die verwinkelten Calli ein: Gelbe Leccese-Stein-Fassaden mit schmiedeeisernen Balkonen, versteckte Kirchen mit goldenen Altären, Boutiquen mit handgefertigter Keramik und Olivenöl aus lokalen Frantoio. An einer goldenen Tafel fanden wir die historische Stadtmappe – theoretisch perfekt zum Navigieren, hätten wir nicht eh das Smartphone mit Karte gezückt gehabt. Auch San Francesco da Paula stand blumenumkränzt auf seinem Sockel, während Fischerboote im Hafen gemütlich vor sich hin klapperten.Gallipoli und der Topf der Gnome (4)

Restaurant-Odyssee der Nebensaison

Doch der Hunger meldete sich dann auch bei uns. Ende September, Nebensaison – viele Google-„offen“-Restaurants zeigten leider nur noch dunkle Fassaden. Nach drei Fehltritten (und einigen Fuß-Kilometern zusätzlich) landeten wir in der Osteria Pentola degli Gnomi (Via Gian Giacomo Russo 18). Ein Volltreffer!Gallipoli und der Topf der Gnome (16)

Pentola degli Gnomi: Salento auf dem Teller

Diese gemütliche Trattoria mit Töpfen an der Wand, Holzschnitzereien und Schwarz-Weiß-Fotos alter Gallipoli atmet Tradition. Unsere Parmigiana di Melanzane mit Auberginen, Tomate und Pecorino war himmlisch – saftig, würzig, ein Stück Salento. Dazu Orecchiette mit starkem Ricotta forte und Ravioli mit Burrata, dazu Getränke und viele Einheimische. Rechnung inklusive Trinkgeld: Faire 46 € für alles – davon können wir in Deutschland nur noch träumen. Von der Qualität übrigens auch. Gallipoli und der Topf der Gnome (19)

Kurzum, Gallipoli verzauberte uns trotz anfänglichem Parkplatzstress mit Barockpracht, Meeresrauschen und grandiosem Essen. Die Apulien-Highlights gingen nun also doch noch richtig los!

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