Deutschland, Nahziele
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Fliegen in Zeiten von Corona – Teil 2

Logo am Flügel einer Lufthansa Maschine

Wir hatten bereits neulich von unseren Erfahrungen mit der Lufthansa in Zeiten von Corona berichtet – heute geht es weiter mit Teil 2, in dem wir uns ebenfalls am Kopf kratzen müssen.

Schwächliche Personen am Notausgang 

Bei einem 3.5 Stunden dauernden Flug saß vor uns ein älteres Ehepaar, welches nicht nur die Masken unter den Nasen trug (wenn sie diese denn überhaupt mal trugen), stets fröhlich vor sich hin husteten und mehr als offensichtlich keinesfalls in der Lage gewesen wären, im Notfall irgend etwas auszurichten – von einem Hinweis durch das Kabinenpersonal dazu ganz zu schweigen.

Wir haben in den USA erlebt, wie sogar Personen umgesetzt wurden, weil diese zwar deutlich jünger, aber augenscheinlich nicht in der Lage gewesen sind, diese verantwortungsbehaftete Sitzposition auszufüllen. Warum dies von der Lufthansa völlig ignoriert wurde, ist uns schleierhaft – wir können nur vermuten, dass man hier die etwaige Diskussion scheut. Doch sollte es nicht im Interesse der Sicherheit an Bord und somit aller Fluggäste sein, dort für den unwahrscheinlichen Fall der Fälle Personen sitzen zu haben, die körperlich in der Lage sind, die Tür zu öffnen? Oder geht es nur darum, die etwas teureren Notausgangssitze teurer zu verkaufen – egal, ob die-/derjenige dort sich kaum mit eigener Kraft hinsetzen oder gar aufstehen kann. Wir waren jedenfalls – vor allem im Kontrast zu den USA – schon sehr erstaunt hierüber.

Nasenlose Masken

Viele Passagiere zeichneten sich während des Fluges dadurch aus, dass sie nahezu durchgehend die Maske unter der Nase oder unter dem Kinn trugen – wenn überhaupt. Durchsagen gab es zwar hin und wieder, aber das war natürlich nicht ausreichend. Insgesamt drei Personen vom Kabinenpersonal liefen mehrmals durch die Gänge und kontrollierten routinemäßig die angelegten Sicherheitsgurte sowie penibel das Handgepäck unterm Vordersitz. Auf Masken, die auch zu dieser Zeit nicht oder nur halbherzig saßen, wurde seltsamerweise nicht geachtet, wäre das doch ein sehr geeigneter Zeitpunkt gewesen. Da aber keine Ansage erfolgte, änderte sich auch erwartungsgemäß nichts.

Nach gut einer Stunde ging dann überraschend ein Crewmitglied durch die Reihen und ermahnte einige Passagiere direkt. Der vor uns sitzende Passagier war jedoch beratungsresistent und zog kurz danach wieder die Maske komplett herunter. Eine weitere Flugbegleiterin kam nach ca. 15 Minuten noch einmal zufällig vorbei und wurde auf den durch Leselicht exponierten, maskenlosen Fluggast aufmerksam. Es folgt eine deutliche Ermahnung im Sinne von „Dies ist das zweite Mal, dass wir Sie ohne Maske erwischen…“ Die Betonung lag auf „erwischen“, denn obwohl auch nach dieser Ansage die Maske sofort wieder heruntergezogen wurde, wurde demonstrativ vom Personal einfach nicht mehr hingeschaut. Andere Passagiere nahmen diese Inkonsequenz offenbar sehr deutlich wahr – und folgten dem Negativ-Beispiel, indem sie dann ebenfalls nicht mehr einsahen, warum sie noch Maske tragen sollten, wenn es bei dem Herrn auch keine Konsequenzen hat.

Und da das Personal fortan wegschaute, war das Problem offensichtlich für dieses  auch gelöst. Keine Diskussionen, keine Konsequenzen, nur leere Ansagen – wir fragen uns daher ernsthaft: ist „Wegschauen“ also demnach das verantwortungsvolle Hygienekonzept der Lufthansa?

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