Fernziele, Neuseeland
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Von Te Anau nach Twizel

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Ein langer Reisetag lag vor uns: Rund 374 Kilometer und knapp fünf Stunden reine Fahrzeit trennten Te Anau von unserem nächsten Übernachtungsort Twizel. Doch unterwegs gab es so viel zu entdecken, dass aus einer einfachen Autofahrt eine abwechslungsreiche Reise durch die Geschichte und die beeindruckenden Landschaften Neuseelands wurde.

Von Te Anau zum Waiau River

Unser erster Zwischenstopp führte uns – wie wir bereits berichtet haben – zum Kepler Track bei Rainbow Reach.

Nach unserem kurzen Besuch ging es weiter in Richtung Queenstown, entlang offeneren Gewässers und anschließend durch die wunderschöne Kawarau Gorge nach Cromwell. Die Fahrt entlang des türkisblauen Kawarau River bot immer wieder tolle Ausblicke auf die felsige Schlucht.

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Roaring Meg – ein kleines Wasserkraftwerk mit Geschichte

Unterwegs entdeckten wir direkt am Kawarau River ein interessantes kleines Wasserkraftwerk. Dabei handelte es sich um die Lower Roaring Meg Power Station, die bereits 1936 ihren Betrieb aufnahm.

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Das Kraftwerk gehört zu einem System aus zwei Wasserkraftanlagen, die vom Roaring Meg Stream gespeist werden. Das Wasser wird über Rohrleitungen aus den Bergen zu den Turbinen geführt und anschließend in den Kawarau River geleitet. Besonders eindrucksvoll waren die beiden kräftigen Wasserströme, die direkt neben dem kleinen Kraftwerksgebäude über die Felsen in den türkisfarbenen Fluss schossen.

Interessanterweise war die Geschichte des Kraftwerks eng mit dem Goldabbau verbunden. Zwei Goldbaggerunternehmen beteiligten sich damals an der Finanzierung, um ihre Maschinen mit Strom versorgen zu können.

Goldfields Mining Centre – auf den Spuren der Goldgräber

Nur wenig später erreichten wir das Goldfields Mining Centre, eine historische Goldgräberstätte direkt am Kawarau River. Hier wurde bereits in den 1860er-Jahren nach Gold gesucht, nachdem in der Region Otago ein regelrechter Goldrausch ausgebrochen war.

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Heute können Besucher auf dem weitläufigen Gelände alte Minenschächte, Tunnel, historische Maschinen und die Überreste einer chinesischen Goldgräbersiedlung entdecken. Sogar selbst Goldwaschen ist möglich.

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Wir hatten an diesem Tag allerdings leider nicht genügend Zeit für eine ausführliche Besichtigung. Deshalb gingen wir lediglich über die Brücke, warfen einen kurzen Blick auf das Gelände und machten uns anschließend wieder auf den Weg. Schade eigentlich, denn die Geschichte des Goldabbaus in dieser Region ist wirklich spannend. Das müssen wir bei einem zukünftigen Neuseelandbesuch unbedingt nachholen!

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Cromwell Heritage Precinct – eine Reise in die Vergangenheit

Unser nächster Halt führte uns zum Cromwell Heritage Precinct, einem wunderschön restaurierten historischen Viertel direkt am Lake Dunstan.

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Cromwell entstand während des Goldrauschs im 19. Jahrhundert und entwickelte sich schnell zu einer lebhaften Goldgräberstadt. Besonders interessant ist allerdings die jüngere Geschichte des Ortes: Als Anfang der 1990er-Jahre der Clyde-Staudamm fertiggestellt wurde, versank ein großer Teil des ursprünglichen Stadtzentrums in den Fluten des neu entstandenen Lake Dunstan.

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Glücklicherweise konnten einige der historischen Gebäude gerettet und an höher gelegener Stelle wieder aufgebaut werden. Daraus entstand das heutige Cromwell Heritage Precinct.

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Wir schlenderten gemütlich durch die kleinen Straßen und bewunderten die liebevoll restaurierten Gebäude. Alte Geschäfte, ehemalige Wohnhäuser, eine Schmiede und zahlreiche Informationstafeln vermitteln einen schönen Eindruck davon, wie das Leben während der Goldgräberzeit ausgesehen haben muss.

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Besonders gefallen hat uns, dass das Viertel nicht wie ein künstlich angelegter Freizeitpark wirkt. Die historischen Gebäude beherbergen heute unter anderem kleine Geschäfte, Galerien und Cafés. Zusammen mit der idyllischen Lage direkt am See entstand eine wirklich schöne Atmosphäre. Ein absolut empfehlenswerter Zwischenstopp!

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Über den Lindis Pass nach Twizel

Nach unserem Besuch in Cromwell ging es weiter Richtung Norden. Die Landschaft veränderte sich zunehmend: Die grünen Täler wichen weiten, trockenen Hügellandschaften mit goldgelben Gräsern.

Ein weiteres Highlight unserer Strecke war der Lindis Pass, der auf einer Höhe von 971 Metern die Regionen Central Otago und Mackenzie Basin miteinander verbindet. Die sanft geschwungenen, nahezu baumlosen Berge bilden eine beeindruckende Kulisse und unterscheiden sich deutlich von den Landschaften, die wir zuvor rund um Queenstown und Te Anau gesehen hatten.

Natürlich legten wir auch hier einen kurzen Fotostopp inkl. 200m Weg zum Viewpoint ein, bevor wir unsere Fahrt fortsetzten.

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Erst spät am Abend erreichten wir schließlich unseren Übernachtungsort Twizel, unweit des Lake Pukaki. Nach fast 375 Kilometern und zahlreichen Zwischenstopps waren wir froh, endlich angekommen zu sein.

Doch der Tag hielt noch eine letzte Überraschung für uns bereit: einen unglaublich beeindruckenden Sternenhimmel! So viele Sterne hatten wir schon lange nicht mehr gesehen. Kein Wunder, denn Twizel liegt mitten im Aoraki Mackenzie International Dark Sky Reserve, einer Region mit besonders geringer Lichtverschmutzung. Nicht weit entfernt, am Lake Tekapo, befindet sich auch das bekannte Dark Sky Project, das sich ganz der Beobachtung und dem Schutz dieses außergewöhnlichen Sternenhimmels widmet.

Sterne 4

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