Fernziele, Neuseeland
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Unterwegs in Queenstown

Queenstown (23)

Wir hatten uns auf einen kurzen Spaziergang durch Queenstown eingestellt – und fanden uns mitten in einer Stadt wieder, in der es richtig viel los war.

Gefühlt war Queenstown für uns die Touristenhauptstadt Neuseelands: lebhaft, international, voller Besucher und mit einem Angebot, das weit über das hinausging, was wir von einer Kleinstadt erwartet hatten. Dass hier ein internationaler Flughafen existierte, erklärte einiges davon.

Erste Orientierung

Das Zentrum wirkte verhältnismäßig groß, obwohl nur rund 12.000 Menschen in Queenstown lebten – etwa doppelt so viele wie in Wanaka. Zwischen den üblichen Souvenirläden, die man getrost vernachlässigen konnte, entdeckten wir erstaunlich viele Designerläden. Hugo Boss, Burberry und sogar Rolex fanden sich hier; eine Mischung, die für uns irgendwie nicht ganz zu dem Ort passte.

Bob’s Cove oder Türkis am Lake Wakatipu

Einen der beliebtesten Spaziergänge rund um Queenstown machten wir am Bob’s Cove. Der Track führte am Lake Wakatipu durch natives Gehölz bis zu einer geschützten Bucht, und ein kurzer, steilerer Anstieg brachte uns zum Aussichtspunkt Picnic Point. Der offizielle Weg ist nur etwa 1,5 Kilometer einfach, die Bucht liegt rund 14 Kilometer von Queenstown entfernt an der Straße nach Glenorchy.Queenstown (28)

Schon die Anfahrt verriet, wie beliebt dieser Spot war: Der Parkplatz war erstaunlich unterdimensioniert, und später parkten Autos sogar entlang der Straße. Bei Sonnenschein zeigte der See hier ein sattes Türkis, das wir so intensiv kaum erwartet hatten. Vom Aussichtspunkt aus bot sich uns ein großartiger Blick über die Bucht, den Lake Wakatipu und die umliegenden Berge.Queenstown (11)

Hin und zurück brauchten wir rund anderthalb Stunden. Der Aufstieg war gut zu schaffen, dennoch empfahlen wir uns selbst Wanderschuhe. Der Weg war zwar nicht anspruchsvoll, aber stellenweise steil und uneben. Neben dem Aussichtspunkt gefiel uns auch der Steg am See besonders gut: ein ruhiger, fotogener Spot, an dem die Landschaft noch einmal ihre ganze Wirkung entfaltete.

Zurück durch die Queenstown Gardens

Wieder in Queenstown angekommen, parkten wir bei den Queenstown Gardens. Direkt dort gab es kostenlose Parkplätze für 240 Minuten – eine praktische Lösung, von der aus wir in etwa zehn Gehminuten im Zentrum waren.

Für den Rückweg wählten wir bewusst die Gardens. Der Park war vor rund 150 Jahren angelegt worden, und das merkte man vor allem an den Bäumen: Einige waren riesig, das Blätterdach dicht und die Luft roch intensiv nach Baumharz.

Besonders schön war der angelegte Rosengarten. Die Rosen rochen je nach Sorte unterschiedlich intensiv und einige Blüten wirkten fast plastisch perfekt. Nach dem Trubel der Stadt war dieser grüne, ruhige Abschluss ein echter Kontrast.Queenstown (22)

Fergburger

Natürlich durfte auch der legendäre Fergburger nicht fehlen. Nachdem die Burger überall so angepriesen worden waren und die Schlange am ersten Tag bereits sehr lang gewesen war, wollten wir es schließlich selbst wissen. Bis zur Bestellung brauchten wir rund sieben Minuten, danach warteten wir noch etwa 20 Minuten auf die Abholung.

Vor Ort gab es kaum Sitzplätze; überall standen Menschen herum und warteten auf ihre Bestellung. Wir bestellten einen Cheeseburger mit Cheddar und einen Bombay Burger, dazu Pommes mit Aioli und Ketchup. Das Fleisch war schön rauchig und richtig gut, auch die indisch angehauchte Variante überzeugte uns. Am Ende fanden wir: Es hatte sich gelohnt.

Fazit

Queenstown war für uns ein Ort voller Gegensätze. Die Landschaft und die Umgebung waren wunderschön, und rund um die Stadt gab es unzählige Möglichkeiten für Wanderungen, Ausflüge und Outdoor-Aktivitäten. Auch Bob’s Cove und die Queenstown Gardens zeigten, wie abwechslungsreich die Region war.

Trotzdem fehlte dem Ort für unseren Geschmack etwas von einer Seele. Die vielen Designerläden wirkten deplatziert, die großen Touristenmengen – darunter sehr viele asiatische Besucher – prägten das Stadtbild stark, und irgendwie fühlte sich Queenstown eher wie eine gut organisierte Tourismusmaschine an als wie ein entspanntes neuseeländisches Städtchen. Schön war es zweifellos. Aber lieben gelernt haben wir es eher wegen seiner Umgebung als wegen seines Zentrums.

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