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Fliegen in Zeiten von Corona – Teil 3

Eine Maschine der Lufthansa am Flughafen Frankfurt

Auch heute in Teil 3 unsere Artikel zu Erfahrungen mit Lufthansa-Flügen im Juli/August 2021 gehen wir noch einmal auf die Organisation im Flugbetrieb ein. Diesmal mit einem Schwerpunkt auf den Aussteigevorgang.

Wir hatten bereits von einigen Beispielen berichtet, in denen uns die Abläufe vor, nach und während der Flüge seltsam vorkamen. Das letzte Beispiel ist ebenfalls ein besonders bezeichnendes.

Das chaotische, geplante Aussteigen

Nach der Landung unseres Flugzeuges erfolgte stets die Durchsage, dass man von vorne nach hinten geordnet die Reihen blockweise aufrufen werde, die das Flugzeug verlassen dürfen und man bis dahin unbedingt sitzenbleiben solle. Nicht schon aufstehen und aus den Gepäckfächern den Koffer holen, nicht den Gang versperren. Nein, es sollte in ungefähr 6er-Reihen losgehen, man wolle Traubenbildung vermeiden, alles für die Hygiene. Soweit so gut.

Kaum kam das Flugzeug einigermaßen zum Stehen (die Anschnallzeichen waren  aber noch nicht erloschen), sprangen erfahrungs- und erwartungsgemäß die ersten Passagiere auf, stürmten in den Gang, öffneten die Gepäckfächer, machten sich auf den Weg nach vorne und verstellten den Gang.

Und die Flugbegleiterin? Sie schaute nur staunend zu und machte genau: nichts. Die zweite, etwas resolutere Flugbegleiterin wollte noch einschreiten und fragte ihre Kollegin, warum denn schon alle im Gang stünden, sie sollen doch explizit sitzen bleiben. Diese verwies nur schulterzuckend auf die doch zuvor erfolgte Durchsage und dass die Passagiere das halt ignoriert hätten. Jetzt sei es halt zu spät.

Und wie immer bei der „Broken Window“ Theorie – wenn man den Anfängen keinen Einhalt gebietet, machen es alle nach und es entsteht Chaos. So auch im Flugzeug. Die Fluggäste standen sich auf den Füßen und strömten letztlich alle irgendwie dicht an dicht heraus, ohne Abstand, als wenn es wie früher wäre. Auch hier wieder das beobachtete Muster: keine Konsequenzen, keine Ansagen und folglich wird ein gut gemeintes Konzept ad absurdum geführt oder gar ins Gegenteil verkehrt.

 

Unser Fazit zu den Flugreisen

Als gesundheits- und pflichtbewusster Fluggast verhält man sich aus Eigeninteresse und Solidarität ohnehin angemessen und verantwortungsvoll. Wenn es bei allen anderen Gästen aber völlig egal ist, ob die ganzen Regeln und Prozesse eingehalten werden, kann man sich das alles auch gleich sparen. Das erspart dann auch tatsächlich allen Passagieren den Mehraufwand.

Eine Erklärung für diese Inkonsequenz könnte natürlich sein, dass es zwar offiziell politisch so gefordert ist, man selbst aber schon seitens der Lufthansa resigniert hat oder gar nicht erst von den Maßnahmen überzeugt ist. Unabhängig von den wahren Gründen dahinter – so wie die von uns erlebte Umsetzung aktuell aussieht, ist Reisen in Zeiten von Corona mit der Lufthansa eher nicht sicher.

Wir finden das sehr schade und sind umso erstaunter, dass einige Abläufe, besonders das Kontrollieren von Reisedokumenten und Impfnachweisen, in anderen Ländern deutlich besser klappt. Auf diese Länder wird gerne auch mal in der öffentlichen Kommunikation mit einem überheblichen Blick lächelnd geschaut. Nach unseren Erfahrungen sollte hier aber ganz gehörig mal vor der eigenen Haustüre gekehrt werden – und das betrifft nicht nur die Lufthansa, sondern auch das Land allgemein.

Übrigens haben wir unsere Erfahrungen auch der Lufthansa als Feedback mitgeteilt und sind sehr gespannt, wie diese reagieren wird. Wir werden berichten.

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