Auf dem Weg von Christchurch hinauf in die Berge machten wir einen Stopp an einem Ort, der uns schon vom Parkplatz aus neugierig machte. Zwischen grauem Himmel, feinem Nieselregen und hellen Kalksteinfelsen lag Kura Tāwhiti vor uns – einigen besser bekannt als Castle Hill.
Von Christchurch in Richtung Berge
Wir kamen von Christchurch und fuhren über die Passstraße weiter ins Inland. Die Landschaft wurde mit jedem Kilometer weiter und rauer. Statt Stadt und Küste gab es plötzlich offene Hügel, braunes Gras, tiefe Wolken und dieses Gefühl, langsam in eine ganz andere Welt hineinzufahren. Vor allem in eine regnerische.
Am Parkplatz von Kura Tāwhiti war das Wetter zunächst nicht besonders einladend. Es nieselte, der Himmel hing schwer über den Felsen, und wir überlegten kurz, ob sich der Stopp wirklich lohnen würde. Aber genau dafür hatten wir Regenjacken dabei. Also angezogen und wir liefen los.
Zum Glück wurde das Wetter dann auch nach und nach besser. Der Regen ließ nach und das gedämpfte Licht passte am Ende sogar perfekt zu den grauen Felsen. Alles wirkte still, mystisch und ein bisschen wie eine Landschaft aus einer anderen Zeit.
Zwischen riesigen Kalksteinformationen
Wir verbrachten ungefähr eine gute Stunde im Gelände. Der offizielle Kura Tāwhiti Access Track ist nur etwa 1,5 Kilometer lang und wird mit rund 40 Minuten angegeben. Bei uns dauerte es etwas länger, weil wir ständig stehen blieben, durch Felsöffnungen schauten und neue Formen entdeckten.
Die Kalksteinformationen sind wirklich außergewöhnlich. Manche Felsen sehen aus wie Mauern, andere wie versteinerte Tiere, Gesichter oder Reste einer alten Burg. Daher passt der englische Name Castle Hill ziemlich gut, auch wenn hier natürlich nie eine Burg stand.
Besonders spannend fanden wir die natürlichen Durchgänge und kleinen Höhlenformen. An manchen Stellen konnte man unter einem Felsbogen hindurchlaufen, an anderen ragten die Steine wie riesige Skulpturen aus dem Gras. Es ist kein Ort, der laut beeindruckt. Er wirkt eher durch seine Formen, seine Stille und die faszinierende Weite Neuseelands drumherum.
Ein besonderer Ort für Ngāi Tahu
Kura Tāwhiti ist nicht nur landschaftlich spannend, sondern auch kulturell bedeutend. Für Ngāi Tahu hat dieser Ort eine besondere Wichtigkeit und besitzt „Tōpuni-Status“, wodurch seine kulturellen Werte offiziell anerkannt werden.
Auf den Schildern vor Ort wird deutlich darum gebeten, respektvoll mit der Landschaft umzugehen. Es gibt geschützte Pflanzen, kulturell wichtige Bereiche und Hinweise darauf, die Felsen nicht zu beschädigen oder zu bemalen. Auch Klettern ist nicht überall erlaubt. Leider entdeckten wir aber dann doch zahlreiche Kritzeleien. 
Wir waren eben nicht einfach nur in einer schönen Felslandschaft unterwegs, sondern an einem Ort, der für andere eine tiefere Bedeutung hat. Diese Mischung aus Natur, Geschichte und Respekt hat uns sehr gefallen. Was uns nicht gefallen hat, war, dass sich offenbar dann immer noch viele Besucher daran einfach nicht halten, aber das ist ein grundsätzliches Thema.
Unser Fazit
Castle Hill beziehungsweise Kura Tāwhiti war für uns ein richtig schöner Stopp auf der Fahrt von Christchurch in die Berge. Trotz Nieselregen zu Beginn hat sich der Besuch absolut gelohnt. Die Landschaft ist still, eigenartig, irgendwie fremd und auf eine ruhige Weise auch beeindruckend.
Wer auf dieser Strecke unterwegs ist, sollte hier unbedingt eine Pause einplanen. Der Spaziergang ist je nach Gusto kurz, aber sehr atmosphärisch. Man bekommt spannende Kalksteinformationen, weite Ausblicke und einen Ort, der für Ngāi Tahu eine besondere spirituelle Bedeutung hat. Kurzum, hat sich sehr gelohnt – und bitte keine weiteren Kritzeleien mehr auf den Steinen!

















