Deutschland, Nahziele
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Juist im Winter

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Juist, die schmale Ostfriesische Insel vor der ostfriesischen Küste, lockte uns mit ihrer rauen Natur und Autarkie – ca. 17 km lang, nur per Fähre (z.B. dem Töwerland Express) oder Flugzeug erreichbar, komplett autofrei (bis auf Feuerwehr und wenige Versorgungsfahrzeuge) und dank ihrer tidenabhängigen Erreichbarkeit sehr entspannend.

Wir kamen an einem Freitag Abend an und genossen insgesamt drei sehr entschleunigende Tage, von bewölktem, leichtem Regenwetter bis hin zu blauem Himmel.

Erkundung trotz Grauwetter

Der Samstag begrüßte uns nach einem tollen Langschläferfrühstück im Hotel Atlantic Juist leider bewölkt und mit etwas Nieselregen, irgendwie aber auch passend für eine entspannte Dorfumrundung. Wir schlenderten durch Bill, lasen das „Juister Grundgesetz“ – die beste Inselregel: „Hetz mich nicht“.

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Danach starteten den Otto-Leege-Pfad, ein ökologisch-künstlerischer Lehrpfad in den Ostdünen. Benannt nach Otto Leege, dem „Vater der Vogelinsel Memmert“: Der Lehrer und Naturforscher kam 1882 nach Juist, kämpfte für Naturschutz, erkundete Pflanzen und Vögel und schuf ein Vermächtnis der Inselerhaltung. Nebenbei schützte er auch noch die Insel gegen Sandverlust.

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Der Pfad begeisterte uns: Holzstege über Dünen, das imposante Otto-Leege-Tor als Eingangstor, eine Wasserpumpe, Sonnenuhr, Klangschale und Windharfe, 11 Stationen zu Themen wie „Insel aus dem Meer“ oder „Ökologie“. Er führte uns letztlich auch zum nördlichen Strand, wo auch ein paar Wachtürme im Retro-Charme aus dem Sand aufragten – kuriose Relikte, die wie aus den 50ern wirkten. Auf dem Weg zurück in die Stadt sahen wir noch einige Kunstinstallationen, von Einheimischen mit Strickmützen und Schals „eingekleidet“ – sehr süß, nicht nur bei kaltem Wind.

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Blauer Himmel und endlose Strandwanderung

Am nächsten Tag brach die Sonne durch und wir zogen los über den 17 km langen Nordseestrand – okay, nicht die volle Strecke, aber genug, um endloses Watt, Muscheln und Möwen zu sehen. Und auch Norderney in der Entfernung – was schon deutlich bebauter ist und ja auch deutlich mehr Trubel zu bieten hat. Wir schafften in der Ruhe von Juist ein gutes Viertel bis zum westlichen Ende des Hammersees, dem größten Binnensee Juists (17 ha, entstanden 1932 durch Sturmflut – teilweise war die Insel sogar mal zerbrochen). Früher war es nur Weide, dann floss Salzwasser hinein, er entsalzte sich natürlich und wurde letztlich Vogeloase – und ist heute Rastplatz für Insekten und Watt- bzw. Zugvögel, gut geschützt und umgeben von Dünen. Dort kehrten wir also vom Strand ins Inselinnere ein.Juist im Winter (13)

Etwas Kuchen für die Seele

Stärkung holten wir uns zwischendurch noch in der „Loogster Stuv“, einem gemütlichen Café mit Kaffee, Waffeln und hausgemachtem Kuchen – typisch juistisch, herzlich und bodenständig, zudem auch sehr gut besucht. Zurück in Bill erlebten wir dann noch einen grandiosen Sonnenuntergang, bei dem die Sonne noch schön durch den Leuchtturm der Stadt schien.Juist im Winter (17)

Abendessen im Santorini

Abends ging es für uns dann noch in das Restaurant Santorini. Was uns auf Juist aufgefallen ist, ist dass dort tatsächlich recht wenig kulinarische Angebote vorherrschen. Das mag ein bisschen an der Wintersaison gelegen haben, aber hier war wirklich das Angebot ein wenig überschaubar. Wir hatten eigentlich mit schönen Fisch-Restaurants gerechnet, aber das war gar nicht so einfach wie es auf einer Nordseeinsel eigentlich sonst der Fall ist.

Daher folgen wir dem Tipp unseres Kapitäns vom Töwerland Express und statteten dem Restaurant Santorini einen Besuch ab. Hier gab es wirklich sehr leckeres Essen und auch wenn es den Begriff Schnellrestaurant im Namen trägt und dort Selbstbedienung herrscht, war es wirklich ein sehr schönes Ambiente. Das Essen war vorzüglich, ging extrem schnell und die Leute waren allesamt sehr freundlich. Eine echte Empfehlung von uns. Noch dazu zu guten Preisen.

Santorini auf Juist (4)

Unser Fazit

Juist ist Ostfrieslands ruhiges und irgendwie auch ein wenig verkanntes Wildnisjuwel – autofrei, naturbelassen, mit Gezeitenstränden und Schutzgebieten. Otto Leege hatte es geliebt: Wir auch!

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