Nahziele, Norwegen
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Hundeschlittenfahren in Norwegen

Jeder hat Träume, die er verfolgt und vielleicht irgendwann einmal in die Tat umsetzt. Seit einigen Jahre verfolgte ich das Ziel, einmal einen Hundeschlitten zu fahren. Selbst natürlich! Dieser Traum wurde nun während unserer Zeit in Norwegen wahr! 

Bereits im Frühjahr stöberte ich im Internet und war auf der Suche nach entsprechenden Anbietern in der Nähe von Oslo. Dass Oslo das Hauptreiseziel in Verbindung mit der Fahrt auf einem Colorline Schiff werden sollte, stand hingegen recht schnell fest. Eine Huskyfarm oder einen Organisator von Hundeschlittenfahrten in dieser Region Norwegens zu finden, war hingegen nicht ganz so leicht. Umso schöner, dass die Website des norwegischen Fremdenverkehrsamtes zwischenzeitlich das Informationsangebot ausgeweitet hat und man nun auch dort auf einfachere Weise an Informationen kommt. So sind wir schließlich auch fündig geworden: Jan bietet unter http://www.tettpanaturen.no/ Hundeschlittenfahrten rund 40km nördlich von Hønefoss an. Nachdem er mir einige Informationen auf Englisch zugeschickt hatte (seine Website ist nur auf Norwegisch), war ziemlich schnell klar, dass wir den richtigen Anbieter gefunden hatten. Wir vereinbarten, dass die Feinabstimmung und insbesondere die Klärung der Wetterlage rund 10 Tage vor unserem gebuchten Termin erfolgen sollte. Als es schließlich soweit war, war Schnee mittlerweile ausreichend vorhanden und somit konnte unsere Hundeschlittenfahrt wie geplant stattfinden.

Hundeschlittenfahren in der Nähe von Oslo

Hønefoss liegt rund 60km nordwestlich von Oslo. Wir mieteten uns in Oslo keinen Mietwagen, sondern bevorzugten die Fahrt mit dem öffentlichen Bus, der diese Linie stündlich bedient. Die Fahrt mit der Linie T4 startete am Busterminal in Oslo dauerte bis zur Endhaltestelle in Hønefoss rund 1:15 Std. Fahrkarten kann man vorab online oder beim Fahrer im Bus kaufen. Online ist die deutlich günstigere Variante, klappte bei uns jedoch nicht, da der Zahlungsvorgang immer abgebrochen wurde. Der Busfahrer sagte uns, dass das vielen Kunden so ginge. Uns blieb somit nur der teure Fahrkartenkauf im Bus, mit etwas Handeln konnten wir uns aber doch noch auf einen guten Preis einigen.

Bevor es mit der Hundeschlittenfahrt losgehen konnte

Zunächst mussten die Hundeschlitten präpariert werden.In Hønefoss angekommen, holten uns Jan und seine Assistentin Mia von der Busstation ab und fuhren mit uns weiter nach Vikerfjell. Die Fahrt dauerte rund 45 min, bis wir eine Art privaten Nationalpark erreichten. Für insgesamt 4 Schlitten hatte Jan 28 Hunde dabei. Nach der langen Fahrt im LKW waren diese natürlich entsprechend froh, als sie wieder im Freien waren und entsprechend wild waren sie auch. Die erste Aufgabe des Tages bestand darin, die Hundeschlitten für die Fahrt fertig zu machen und die Hunde entsprechend zu befestigen. Wir wurden eingeladen, dabei behilflich zu sein, den Hunden das Geschirr anzulegen. Dazu klemmten wir jeweils einen Hund zwischen unsere Beine und begannen dann damit, das Geschirr über den Kopf des Hundes zu ziehen. Dabei war sehr auffällig, dass die Hunde beim Anlegen um einiges ruhiger wurden – als hätten sie schon im Gefühl, dass es bald losgehe und sie endlich laufen dürfen.

Endlich ging es los!

Die Schlittenhunde gaben ordentlich Gas.Auf den Hundeschlitten fuhren wir zu zweit: einer steuerte den Schlitten und der andere saß auf warmen Fellen vorne im Schlitten. Die von uns gebuchte Tour dauerte 2,5 Stunden und während dieser Zeit gab es ausreichend Gelegenheiten, um die Positionen zu tauschen. Von Jan gab es eine kurze Einweisung vorweg: der Schlitten wird durch Gewichtsverlagerung gelenkt, man nimmt praktisch eine Position wie beim Skifahren ein, es gibt eine leichte Bremsplatte, eine Bremskralle sowie einen Anker, der zusätzlichen Halt bietet, wenn der Schlitten steht. Wenn es bergauf geht, bietet man den Hunden Unterstützung, indem man vom Schlitten abspringt, nebenher läuft, mit anschiebt und anschließend wieder aufspringt. Das gestaltete sich jedoch teilweise etwas schwierig, da der Schnee doch recht hoch war und man beim Anschieben schonmal in den Tiefschnee getreten ist und dadurch jeglichen Halt verloren hat – der Schlitten fuhr daher auch mal ohne Fahrer weiter. 🙂

Eine tolle Erfahrung mit den Hunden

Die winterliche Landschaft sah traumhaft aus.Die Landschaft war echt traumhaft und menschenleer, wie man es sich in der Wildnis Norwegens vorstellt. Wir trafen somit während unserer 2,5-stündigen Fahrt genau: niemanden. Die Hunde gaben richtig Gas, insbesondere zu Beginn und nach einer etwas längeren Pause mit warmem Tee, den Jan uns mitgebracht hatte. Das Fahren eines Hundeschlittens ist jedoch anstrengender, als wir vorher vermutet hatten. Insbesondere das Anschieben, wenn es bergauf geht, hat es echt in sich. Kalt war uns daher zu keiner Zeit. Die Hundeschlittenfahrt war wirklich eine tolle Erfahrung, die wir in dieser tollen Umgebung nur empfehlen können!

Und damit ihr einen Eindruck bekommt, wo die Hundeschlittenfahrt stattfand, hier ein Kartenausschnitt:

Größere Kartenansicht

Weitere Impressionen vom Hundeschlittenfahren

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3 Kommentare

  1. Über die page von Reisefanten bin ich vor einigen Monaten auf das Angebot von Tettpanaturen gestoßen. Prompt habe ich Jan kontaktiert. Am 01. April 2016 war es dann so weit. Mein Mann und ich haben uns einen Schlitten mit 8 Hunden geteilt und wir sind bei strahlend blauem Himmel und Sonnenschein durch die Schneelandschaft am Vikerfjell gefahren. Es war ein sagenhaftes Erlebnis!!! Jan hatte uns sogar vom Flughafen angeholt, ein Hotel (Sundvolden DZ 1300 NOK inkl. ausuferndem Frühstücksbuffet) für 2 Nächte besorgt und uns wieder zurück zum Flughafen gefahren. Für den Shuttle hat er den selben Preis genommen, wie der Bus gekostet hätte. Ich kann die Tour jedem sehr empfehlen. Wir waren von 11 bis 18 Uhr insgesamt unterwegs, inkl. Anfahrt/Abfahr Vikerfjell und dem warmen Imbiss am Ende der Tour.

    • Reisefanten sagt

      Hallo Michaela, wir freuen uns sehr, dass ihr beiden auch ein solch schönes Erlebnis hattet und wir dabei behilflich sein konnten. Habt ihr die wilde Fahrt denn auch in den Waden gemerkt am Tag drauf? 😉

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