Nahziele, Niederlande
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Giethoorn, das Venedig des Nordens

Es war im Jahr 1958, als der niederländische Film ‚Fanfare‘ den bis dato recht unbekannten niederländischen Ort Giethoorn berühmt machte und diesem seitdem Jahr für Jahr aufs Neue viele Touristen beschert. Unbekannt ist Giethoorn schon lange nicht mehr, kommen doch pro Saison rund 1,3 Mio. Touristen in das als Venedig des Nordens bekannte Örtchen.

Giethoorn zu Fuß und auf den Grachten

Schöne Reetdachhäuser an den Grachten von GiethoornAn einem Samstag im August machten wir uns auf zu einem Tagesausflug nach Giethoorn. Mit dem Auto kommt man jedoch nicht weit, denn in Giethoorn selbst gibt es nur Fuß- und Wasserwege. Die Fußwege teilt man sich zwar mit den Fahrradfahrern, Autos haben dort jedoch keinen Platz. Genügend Parkplätze stehen zur Verfügung, so dass man für eine Tagespauschale von 3,50 EUR sein Auto recht günstig abstellen kann. Auf dem Weg zu Fuß ins Dorf fielen uns gleich die vielen Bootsverleiher auf, die Boote unterschiedlicher Art zum Stundenpreis vermieten. Insgesamt soll es in Giethoorn rund 1000 Mietboote geben. Kein Wunder, dass auf den Kanälen entsprechender Verkehr herrschte. Mit einem etwas größeren Boot begaben wir uns ebenfalls auf die Kanäle und ließen uns so allerhand zu Griethoorn berichten und fuhren vorbei an vielen schönen Reetdachhäusern und Wassergrundstücken. Kaum vorstellbar, dass hier jemand freiwillig wieder wegziehen möchte, doch stehen viele Häuser tatsächlich zum Verkauf. Man erzählte uns, dass gerade ältere Einwohner die schwerliche Versorgung Leid sind und deswegen ihre Häuser und Grundstücke verkaufen. Käufer finden sich allerdings nur schwerlich, beträgt der Kaufpreis hier gerne mal 1 Mio. Euro.

Viele Grachten durchziehen den Ort Giethoorn

Und hier befindet sich Giethoorn:

 

Von der Landwirtschaft zum Tourismus

In Giethoorn gibt es rund 1000 MietbooteEinst lebten die 2500 Einwohner hier von der Landwirtschaft, stellten sich aufgrund der erlangten Berühmtheit jedoch schnell auf die Touristen ein. Mittlerweile findet man in Giethoorn rund 50 Restaurants und Kneipen sowie zahlreiche Ferienunterkünfte. Eingestellt ist man hier vorrangig auf Gäste aus den Niederlanden, Menükarten und Infos auf Deutsch oder Englisch sind teilweise schwerlich zu finden. Die verbale Kommunikation klappt dafür umso besser. Um 18h schließen bereits die Souvenirläden und selbst nicht alle Restaurants haben dann noch geöffnet und Giethoorn begibt sich langsam in einen Dornröschenschlaf – bis am nächsten Tag die Touristen den Ort wieder für sich entdecken.

Blues Festival in Giethoorn

Eintritt zum jährlichen Blues Festival in Giethoorn gewährt so ein Button2015 fand bereits zum 30. Mal das jährliche Blues Festival in Giethoorn statt. Vom 14. – 15.08. traten in sieben verschiedenen Locations Blues Sänger auf und machten die Nacht in Giethoorn zum Tag. Zu einem Eintrittspreis von 17,50 EUR bekommt man einen Button, mit dem man alle Locations besuchen kann. Den Anfang am Samstag machte ein Auftritt einer Blues Gruppe auf einer Seebühne, zu der viele Besucher mit dem Boot vorbei kamen und vor der Bühne festmachten. Ein einzigartiges Flair, welches Nicht-Boatfahrer aber ebenso von Smit’s Paviljoen aus genießen können.

Seebühne beim Blues Festival in Giethoorn

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