In Geesthacht kann man gerade meterhohe „Eisberge“ direkt am Wehr bestaunen, ein Naturschauspiel, das es so in der Form seit vielen Jahren nicht mehr gegeben hat.
Die „Eisberge“ sind streng genommen keine frei im Meer treibenden Eisberge, sondern aufgetürmte Eisschollen, die sich aus einer geschlossenen Eisdecke der Elbe gebildet haben. Nach längerem Frost, Schneefall und Niedrigwasser friert der Fluss großflächig zu. Die Eisbrecher zerhacken die Eisdecke in große Schollen, die mit der Strömung zum Geesthachter Wehr getrieben werden, wo die Fließgeschwindigkeit abnimmt und sich das Eis im Bereich von Ufer, Staustufe und Brückensockel staut. Bei Niedrigwasser „stranden“ die Schollen, schieben sich übereinander und wachsen so zu mehreren Meter hohen, bizarr geformten Blöcken.
Zur Entstehung
Solche Eisberge sind an der Elbe bei Geesthacht ein eher seltenes Phänomen, da man mehrere Bedingungen gleichzeitig braucht: eine längere Phase mit knackigen Minusgraden, reichlich Eisgang auf der Elbe, dazu Niedrigwasser und dann auch noch intensiven Einsatz der Eisbrecherflotte, wie aktuell mit bis zu zehn Schiffen – so viele waren seit 2013 nicht mehr unterwegs.
Mit dem Auto
Kein Wunder also, dass die Eisberge von Geesthacht derzeit in den Medien sehr präsent sind, so auch auf Social Media. Allerdings hat die Stadt wegen des Ansturms und der wild geparkten Autos die Zufahrten zur Elbhalbinsel für den Autoverkehr gesperrt und warnt eindringlich davor, auf die Schollen oder direkt an die Eisberge zu klettern, weil Wasserstand und Eisbewegung ziemlich unberechenbar sind. Wir waren überrascht, wie viele Schaulustige den Ort regelrecht ‚fluteten‘. Da wir an einem Sonntag vor Ort waren, konnten wir auf die Parkplätze der Nahversorger ausweichen. Das würden wir euch an einem Sonntag auch empfehlen. Die Strecke zu den Eisbergen kann man dann zu Fuß zurücklegen.
Wo sind die Eisberge zu sehen?
Zu sehen sind die Eisberge vor allem rund um das Geesthachter Wehr und am Elbufer im Bereich der Elbinsel beziehungsweise Elbhalbinsel, also direkt an der Staustufe und den Brückensockeln. Besonders eindrucksvoll wirkt das Ganze bei Niedrigwasser, wenn sich zwischen Ufer und Wehr eine Art Landzunge bildet, von der aus man die Eisblöcke gut bestaunen kann – genau dorthin zieht es gerade Schaulustige aus halb Norddeutschland.
Zusatztipp
Auch ein Blick vom Wehr auf die Elbe lohnt sich: man nicht nur einen Blick auf die zugefrorene Elbe mit der freigebrochenen Fahrrinne, sondern sieht auch, wie die Eisschollen nach und nach hinunter gleiten. Eine spannende Ergänzung zum Elbstrand und den Eisbergen.









