Fernziele, Neuseeland
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Ausflug zur Hokitika Gorge

Hokitika Gorge (2)

Rund 33 Kilometer östlich von Hokitika verbirgt sich eine der spektakulärsten Naturkulissen der Westküste: eine Schlucht, durch die sich der Hokitika River in einem Farbton zwängt, den man eher aus der Karibik erwarten würde als aus Neuseeland.

Anreise ins Landesinnere

Hokitika Gorge (9)Unser Ausflug führte uns von der Küste weg ins Landesinnere, etwa 33 Kilometer östlich von Hokitika, hinein ins von dichtem Regenwald gesäumte Hinterland der Region. Die Fahrt dorthin führte uns tiefer in die Ausläufer der Southern Alps, jener imposanten Gebirgskette, die sich über die gesamte Länge der Südinsel zieht und der Westküste ihr ganz eigenes, feuchtes Mikroklima verschafft. Am Ziel angekommen, zwängte sich der Hokitika River eindrucksvoll durch eine enge Schlucht, eingerahmt von dichtem, urwaldartigem Regenwald, der die schroffen Felswände auf beiden Seiten fast vollständig überwucherte.

Das Geheimnis der Türkisfarbe

Berühmt ist die Hokitika Gorge vor allem für die schier unglaubliche Farbe ihres Wassers. Knalltürkis schimmerte der Fluss unter uns, so intensiv, dass man meinen könnte, hier hätten Photoshop und Bildbearbeitung nachgeholfen. Tatsächlich ist die Farbe aber Natur pur. Eine Infotafel vor Ort, „Millions of Years in the Making“, erklärte drei Faktoren, die diese Landschaft geformt haben: die Bewegung der Erde, das Eis und sehr viel Regen.Hokitika Gorge (5)

Die Geschichte beginnt an der Alpine Fault, der geologischen Verwerfung zwischen der Australischen und der Pazifischen Erdplatte, die sich über rund 600 Kilometer durch die Südinsel zieht. Der Druck und die Reibung der beiden Platten haben in den letzten zehn Millionen Jahren die Southern Alps aufgeschoben, ohne die es das Gebirge und den Hokitika River gar nicht gäbe. Dazu kommt das extrem feuchte Klima der Westküste: An der Wetterstation am Cropp River fallen laut Tafel rund zwölf Meter Niederschlag pro Jahr, verglichen mit nur zwei bis drei Metern an der Küste, ein Effekt der aufsteigenden, sich abkühlenden Meeresluft an den steilen Berghängen.

Der entscheidende Faktor für die Wasserfarbe ist aber das Eis. Über die letzten 500.000 Jahre bedeckten wiederholt riesige Gletscher die Region und formten dabei die heutigen Täler und Bergspitzen. Beim Abschürfen des Gesteins mahlten diese Gletscher feinsten Gesteinsstaub, das sogenannte Gletschermehl oder „rock flour“, das bis heute über Schmelzwasser in den Hokitika River gespült wird. Im Wasser bleibt dieser Staub fein suspendiert, und trifft Sonnenlicht darauf, wird es an den Partikeln gestreut und reflektiert, wodurch der intensive Blaugrünton entsteht. Nur bei klarem, sonnigem Wetter zeigt sich die Farbe in voller Pracht, bei Regen oder Schneeschmelze trübt sich das Wasser dagegen ein.

Steg, Aussichtspunkte und Hängebrücke

Laut Wegweiser vor Ort führt der Hokitika Gorge Track zunächst zu einem Aussichtspunkt auf das Whitcombe Valley, nach 650 Metern beziehungsweise gut 15 Gehminuten. Nach weiteren 900 Metern beziehungsweise etwa 30 Minuten erreicht man eine Hängebrücke, die sich hoch über die Schlucht spannt und einen fantastischen Blick auf das türkisblaue Wasser tief unter einem freigibt. Der Weg führt anschließend weiter zu einem Flussblick nach 1,1 Kilometern beziehungsweise rund 40 Minuten und schließlich zu einem Strandzugang nach 1,2 Kilometern beziehungsweise etwa 45 Minuten Gehzeit.Hokitika Gorge (4)

Ursprünglich ist der Track als Rundweg angelegt, da aber gerade die zweite Brücke repariert wurde, war der Weg zum Zeitpunkt unseres Besuchs nur als reiner Hin- und Rückweg begehbar, was insgesamt etwa 1,5 Stunden in Anspruch nahm. Entlang der Strecke gab es dafür immer wieder lohnende Aussichtspunkte auf das Flusswasser und die umgebende Vegetation, bevor wir schließlich die große Hängebrücke erreichten, das unangefochtene Highlight der Tour. Von dort oben hatten wir einen der schönsten Blicke auf die Schlucht, mit dem tiefblauen Wasser, das sich unter uns durch das von Farnen und Regenwald gesäumte Flussbett schlängelte.

Und hier befindet sich die Hokitika Gorge:

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