Fernziele, Neuseeland
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Glenorchy: Am Ende des Lake Wakatipu zwischen Bergen, See und Isengart

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Glenorchy ist einer dieser Orte, bei denen schon die Anfahrt fast zum eigentlichen Erlebnis wird. Von Queenstown aus folgt die Straße dem Lake Wakatipu, immer mit Bergen, Wasser und diesem unglaublichen Blau vor Augen. Am Ende wartet dann ein kleines Örtchen, das erstaunlich ruhig wirkt – und trotzdem eine Kulisse bietet, die sofort nach Film, Abenteuer und Neuseeland pur aussieht.

Ein kleines Örtchen mit großer Kulisse

Glenorchy liegt am nördlichen Ende des Lake Wakatipu, dort, wo der Dart River / Te Awa Whakatipu und der Rees River in den See münden. Der Ort selbst ist klein und unaufgeregt, aber seine Lage ist spektakulär: Wasser, Berge, breite Flusslandschaften und diese Weite, die man rund um Queenstown zwar oft sieht, die hier aber noch einmal ruhiger wirkt.Glenorchy und Isengart 03

Wir liefen natürlich zuerst Richtung See und zum berühmten Glenorchy Wharf. Der Steg führt gerade hinaus ins türkisfarbene Wasser, dahinter stehen die Berge wie eine gewaltige Wand. Bei uns war das Licht fantastisch, der Himmel tiefblau, die Schatten klar, und alles wirkte fast unwirklich ordentlich komponiert.Glenorchy und Isengart 09

Direkt am Wasser steht auch das rote Glenorchy Shed, das man von unzähligen Fotos kennt. Früher wurden hier Waren gelagert und sortiert, die mit den Dampfschiffen über den Lake Wakatipu kamen. Bevor die Straße nach Glenorchy gebaut wurde, war der Seeweg eine wichtige Verbindung in diese abgelegene Ecke. Die Straße wurde erst 1962 eröffnet, wodurch die regelmäßigen kommerziellen Fahrten der Dampfschiffe an Bedeutung verloren.

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Am Wasser entlang

Rund um den Wharf kann man wunderbar ein bisschen spazieren, schauen und fotografieren. Das Wasser war so klar, dass man die Steine im flachen Uferbereich sehen konnte. Dazwischen standen kleine Bäume im Wasser, ihre Wurzeln im See, dahinter die Berge. Es ist ein Ort, an dem man schnell länger bleibt, als geplant.Glenorchy und Isengart 13

Auch die Möwen hatten diesen Platz offensichtlich für sich entdeckt. Eine von ihnen stand völlig unbeeindruckt in der Sonne, als würde sie dort regelmäßig für Besucher posieren. Solche kleinen Szenen mögen nebensächlich wirken, aber genau sie machen einen Ort für uns oft lebendig.Glenorchy und Isengart 10

Am Ufer begegneten uns auch einige Leute, die über die flachen Kies- und Sandbänke liefen. Bei schönem Wetter ist Glenorchy eben kein Ort, an dem man viel machen muss. Es reicht fast, einfach da zu sein und die Landschaft wirken zu lassen.Glenorchy und Isengart 01

Weiter Richtung Isengard

Für uns blieb es aber nicht nur bei Glenorchy selbst. Wir fuhren anschließend noch ein gutes Stück weiter, hinaus in Richtung Paradise und zu einem der bekannten „Herr der Ringe“-Drehorte. Die Strecke zieht sich noch einmal ordentlich, aber genau das machte den Ausflug spannend. Je weiter wir fuhren, desto leerer wurde es.Glenorchy und Isengart 16

Am Ende standen wir fast alleine an einem Flussbett. Um uns herum lag diese unglaubliche Weite des Tals, eingerahmt von Bergen, offenen Flächen und dem Gefühl, wirklich ziemlich weit weg vom Trubel in Queenstown zu sein. Hier wurde die Landschaft für Isengart beziehungsweise Nan Curunír genutzt – also Sarumans Tal am Fuß des Orthanc.

Natürlich steht dort kein schwarzer Turm und keine kreisrunde Festung. Das ist Filmzauber. Aber die Landschaft erklärt sofort, warum dieser Ort ausgewählt wurde. Diese Weite, die Berge im Hintergrund, das offene Tal und die etwas entrückte Stimmung passen erstaunlich gut zu dem Gefühl, das Isengart im Film ausstrahlt.Glenorchy und Isengart 04

Matsch, Flussbett und eine fast unwirkliche Oberfläche

Besonders eindrücklich war für uns das Flussufer selbst. Es war matschig, ausgetrocknet und an manchen Stellen so geformt, dass es fast wie erstarrtes, flüssiges Metall aussah. Eine eigenartige Oberfläche: rissig, glatt, dunkel, glänzend und gleichzeitig staubig. Man musste aufpassen, wohin man trat, aber gerade diese Struktur machte den Ort noch spannender.Glenorchy und Isengart 11

Wir standen dort eine Weile und schauten über das Tal. Es war ruhig, fast leer und sehr atmosphärisch. Kein großer markierter Filmpark, kein Schild mit dramatischer Musik im Kopf – einfach nur Landschaft. Aber manchmal reicht genau das. Wenn man die Szenen kennt, legt sich Mittelerde fast von selbst über diesen Ort.

Tourism New Zealand nennt Glenorchy als Ausgangspunkt für Drehorte in Richtung Paradise, unter anderem für Lothlórien. Das Department of Conservation führt Dan’s Paddock an der Glenorchy-Paradise Road als Drehort für Isengard beziehungsweise Nan Curunír auf, wo Gandalf zu Saruman reitet. Gerade vor Ort merkt man, wie geschickt die Filme solche Landschaften genutzt haben: Die Natur liefert die Größe, der Film ergänzt den Mythos.

Sandfliegen? Diesmal hatten wir Glück

Nach unseren Erfahrungen an der West Coast waren wir bei Wasser, Seeufer und ruhigeren Stellen immer ein bisschen wachsam. Sandfliegen können in Neuseeland wirklich ein Thema sein, besonders an feuchten, windstilleren Orten und in der Nähe von Wasser.

In Glenorchy und auch draußen am Flussbett hatten wir zum Glück keine Probleme. Vielleicht lag es am Wetter, am Wind oder einfach daran, dass wir zur richtigen Zeit dort waren. Jedenfalls ließen sie uns in Ruhe. Nach manchen anderen Begegnungen mit diesen kleinen Biestern wussten wir das sehr zu schätzen.

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Unser Fazit

Glenorchy war für uns ein wunderschöner, ruhiger Stopp am Lake Wakatipu. Der Ort selbst ist klein, aber die Landschaft drumherum ist riesig. Der Steg, das rote Shed, das klare Wasser, die Berge und diese entspannte Atmosphäre machten den Besuch besonders.

Noch eindrücklicher wurde der Ausflug durch die Weiterfahrt zum Isengart-Drehort. Fast allein an diesem weiten Flussbett zu stehen, mit matschigem Ufer, Bergen und dieser gewaltigen offenen Landschaft, war ein besonderer Moment. Für „Herr der Ringe“-Fans lohnt sich die Strecke definitiv. Aber auch ohne Filmbezug ist Glenorchy ein Ort, der mit seiner Lage, seiner Geschichte und seiner Naturkulisse beeindruckt.

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