Manchmal sind es fremde Menschen am Wegesrand, die einem die besten Tipps geben. Eigentlich waren wir auf dem Fox Glacier South Side Walk unterwegs, um in Richtung Gletschertal zu laufen und zumindest einen Eindruck davon zu bekommen, was vom Fox Glacier heute noch zu sehen ist. Doch dann standen wir an der Abzweigung zum Moraine Walk, wurden von einem Ehepaar angesprochen – und wenige Minuten später liefen wir durch einen der schönsten kleinen Wälder unserer Neuseeland-Reise.
Unterwegs am Fox Glacier South Side Walk
Der Fox Glacier South Side Walk liegt im Westland Tai Poutini National Park, südlich des kleinen Ortes Fox Glacier, wo wir in der Fox Glacier Lodge residierten. Der Zugang erfolgt rund zwei Kilometer südlich von Fox Glacier Village, hinter der Fox River Bridge, wo sich auf der linken Straßenseite ein Parkplatz befindet. Der Weg führt durch das Tal und über alte Moränenflächen, die zeigen, wie stark diese Landschaft einst vom Eis geformt wurde – und wo überall mal eben Eis war.
Schon auf dem Hauptweg merkt man, dass man hier in einer sehr dynamischen Landschaft unterwegs ist. Die Tafeln am Weg erklären, wie der Gletscher früher das Tal ausfüllte, Moränen hinterließ und wie sich der Wald anschließend Schritt für Schritt diese Flächen zurückeroberte. Man läuft also nicht einfach nur durch Grün, sondern durch eine Landschaft, in der Eis, Zeit und Pflanzen ihre Spuren hinterlassen haben.
Unser Ziel war eigentlich der Blick in Richtung Gletscher. Oder besser gesagt: zu dem, was man von ihm heute aus der Entfernung noch erkennen kann. Doch dann kam diese kleine Abzweigung.
Der Tipp am Wegesrand
An der Abzweigung zum Moraine Walk sprach uns ein Ehepaar an und meinte, wir sollten diesen Weg unbedingt, ganz dringend, nehmen. Er sei ganz anders und wir würden begeistert sein. Und… sie hatten vollkommen recht!
Der Moraine Walk ist nur 1,4 Kilometer lang und wird mit etwa 30 Minuten hin und zurück angegeben. Offiziell führt er über alte Moränenflächen südlich des Fox Glacier Township. Das klingt erst einmal sachlich und unspektakulär. In Wirklichkeit betraten wir einen kleinen Märchenwald.
Schon nach wenigen Schritten wurde der Weg schmaler, grüner und wilder. Farne standen dicht am Rand, Moose überzogen Steine, Wurzeln und Baumstämme, und alte Steintreppen führten durch diese fast verwunschene Landschaft. Alles war sattgrün. Nicht einfach nur „ein bisschen Wald“, sondern dieses tiefe, feuchte West-Coast-Grün, bei dem man ständig stehen bleibt und neue Details entdeckt.
Ein Wald wie aus einer anderen Welt
Was uns so begeistert hat, war diese Mischung aus Wildheit und Freundlichkeit. Der Wald wirkte unberührt und geheimnisvoll, aber nie unheimlich. Die Pfade schlängelten sich zwischen bemoosten Stämmen hindurch, kleine Treppen verschwanden im Grün, und überall hingen Pflanzen, Farne und Moos in den Ästen.
Man konnte sich gar nicht sattsehen an den Strukturen: Baumrinden, Wurzeln, Steine, Lichtflecken, feuchte Erde. Alles sah aus, als hätte die Natur hier jeden freien Zentimeter genutzt. Kein Wunder, dass wir auf dem Rückweg noch einmal dieselbe Teilstrecke nahmen – diesmal mit gezückter 360-Grad-Kamera. Solche Wege läuft man nicht nur, man schaut sie sich langsam an.
Gerade weil der Moraine Walk so kurz ist, fühlt er sich fast wie ein kleines Geschenk an. Man muss keine lange Wanderung planen und bekommt trotzdem einen intensiven Eindruck von diesem Regenwald, der rund um die Gletscherregion so typisch ist.
Fast ein Geheimtipp
Wir sind uns durchaus bewusst, dass wir hier gerade einen kleinen Geheimtipp weitergeben. Aber da wir selbst nur durch den Hinweis des Ehepaars auf diesen Weg aufmerksam wurden, möchten wir ihn auch gerne weiterreichen.
Wer am Fox Glacier South Side Walk unterwegs ist, sollte diesen Abzweig wirklich nicht auslassen. Die 1,4 Kilometer Umweg sind keine große zusätzliche Anstrengung, aber sie verändern den ganzen Spaziergang. Aus einem schönen Gletscherweg wird plötzlich ein kleines Naturerlebnis, das uns ehrlich begeistert hat.
Gerade wenn man in der Region um Fox Glacier oder Franz Josef unterwegs ist, lohnt es sich, nicht nur auf die großen Gletscherblicke zu schauen. Manchmal liegt das eigentliche Highlight ein paar Schritte daneben – in einem Wald, der still, grün und fast ein bisschen magisch wartet.
Unser Fazit
Der Moraine Walk am Fox Glacier war für uns eine echte Überraschung. Ohne den Tipp unterwegs wären wir vermutlich einfach daran vorbeigelaufen. So aber fanden wir uns in einem der schönsten kleinen Waldstücke unserer ganzen Reise wieder.
Der Weg ist kurz, leicht zu laufen und trotzdem unglaublich atmosphärisch. Alte Moränen, dichter Regenwald, Farne, Moos, Steintreppen und dieses intensive Grün machen ihn zu einem Abstecher, den wir wirklich empfehlen können. Für uns war es kein großer Programmpunkt, sondern ein spontaner, unerwarteter Moment – und genau deshalb blieb er so besonders hängen.






















