Der wohl bekannteste Geothermalpark in Neuseeland ist das Wai-O-Tapu Thermal Wonderland.
Das Wai-O-Tapu Thermal Wonderland liegt etwa 27 bis 30 Kilometer südlich von Rotorua auf der Nordinsel. Der Name „Waiotapu“ stammt aus der Maori-Sprache und bedeutet „heilige Wasser“. Der Park ist seit rund 15.000 Jahren geothermisch aktiv und umfasst 40 Hektar konzessioniertes Besuchergebiet mit 25 einzelnen geothermalen Sehenswürdigkeiten. Man kann ihn super zusammen mit dem Waimangu Volcanic Valley an einem Tag besuchen.
Eintrittspreise und Zeitbedarf
Der Eintritt kostet etwa 32,50 NZD pro Person. Auf dem Gelände gibt es drei unterschiedliche Wege, der kürzeste ist mit 1,5km Länge in rund 45 Minuten zu begehen, die Kombination mit Weg Nr. 2 ist 2km lang und dauert rund 60 Minuten und die Kombination mit Weg Nr. 3 wiederum 90 Minuten bei 3km. Als barrierefrei wird lediglich Weg Nr 1 aufgeführt. Zu empfehlen ist die Kombination aus Weg Nr. 1 und 2, die einen schönen Rundweg entlang der interessantesten Spots bietet. Wir haben zwei Stunden im Wai-O-Tapu Thermal Wonderland verbracht und hatten so ausreichend Zeit für viele Fotos.
Umweltbewusst dient als Eintrittskarte ein Stempel. Lagepläne hängen in regelmäßigen Abständen aus, Flyer gibt es nicht.
Das Gelände
Die wohl bekannteste Attraktion ist der Champagne Pool. Das blaugrüne Becken hat einen leuchtend orangefarbenen Rand, der durch Mineralablagerungen im Wasser entsteht. Eine weiße Schwefel-Dampfwolke befindet sich über dem Wasser, so dass man das Wasser manchmal kaum sehen konnte. Daneben gibt es die Artist’s Palette mit weiteren bunten Mineralfarben. Hier mischt sich das Wasser aus dem Champagne Pool mit frischem Wasser, so dass sich unterschiedliche Farben ergeben.
Täglich um 10:15 Uhr eruptiert der Lady Knox Geysir künstlich durch Zugabe von Seifenpulver und schießt eine Fontäne bis zu 20 Meter hoch. Dies haben wir uns nicht angesehen, da wir es als rein touristischen Punkt bewertet haben und uns stattdessen auf die eigentlichen Naturspots konzentrieren wollten.
Das Farbenspiel auf dem gesamten Gelände ist atemberaubend und gleicht einem einzigartigen Naturschauspiel. Die Farben entstehen durch verschiedene Metalle und Mineralien: Gelb durch Schwefel, Orange, Grün, Violett, Rot, Braun, Schwarz und Weiß. Durch den zum Teil sehr starken Schwefelgeruch stinkt es allerdings mitunter auch sehr. Die Aktivität unter der Erde kann man hier insgesamt deutlich sehen. Etwas erstaunt waren wir darüber, wie wenig Absperrungen es gab.
Der Mud Pool im Wai-O-Tapu Thermal Wonderland ist der größte Schlammtümpel in Neuseeland und ein weiteres Highlight des Parks. Er brodelte ursprünglich als großer Schlammvulkan, der jedoch in den 1920er-Jahren durch Erosion zerstört wurde. Heute ist der Pool von aktivem Wasser und Schlamm gefüllt, der kontinuierlich blubbert. Der Schlamm ist grauschwarz und wirft spektakuläre Blasen.
Besonders interessant fanden wir noch Punkt 23, kurz vorm Ausgang: Roto Karikitea, auch bekannt unter ‚Devil’s Bath‘. Es handelt sich um einen extrem sauren Thermenpool mit pH-Wert 2, der leuchtend Gelb schimmert. Die intensive Farbe entsteht durch das Licht, das sich in der elementaren Form bricht, wenn das Gas abkühlt. Der Pool wirkt besonders strahlend an sonnigen Tagen. Wir fanden dieses Becken sehr faszinierend, da es extrem surreal aussah.
Unterschiede zum Waimangu Volcanic Valley
Das Waimangu Volcanic Valley eignet sich besonders für Naturfans, die Geologie, vulkanische Geschichte und das Wandern durch ein weitläufiges Tal genießen möchten. Die Landschaft wirkt ruhiger und ursprünglicher, und mit der optionalen Bootsfahrt auf dem Lake Rotomahana lässt sich das Erlebnis noch erweitern.
Wai-O-Tapu ist dagegen ideal für Fotografen und alle, die spektakulär farbige, dramatische Thermalquellen sehen möchten. Beide Parks ergänzen sich gut und lassen sich wegen der kurzen Entfernung von rund 20 Minuten gut an einem Tag besuchen. So haben wir es auch gemacht. 🙂













