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Ein Tagesausflug nach Helgoland

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Von Cuxhaven ging es für uns für einen Tagesausflug nach Helgoland.

Kurzzeitig stand dieser Tagesausflug unter keinem guten Stern, denn wir hatten ursprünglich den Halunder Jet von HRS gebucht, der die Strecke in gerade mal 1 Stunde und 15 Minuten meistert aber aufgrund von Windböen wurde die Fahrt am Vorabend abgesagt. Leider war zu der Zeit auch niemand mehr von HRS zu erreichen, so dass wir kurzerhand am Ausflugstag doch nach Cuxhaven fuhren, um dann mit der MS Helgoland die Fahrt anzutreten. Dafür brauchten wir allerdings neue Fahrkarten, die man besser online als am Schalter kaufte: ein Schalter und rund 30 Gäste, das sagt alles. Wir kamen mit aber ein kleines Manko blieb: die Fahrt dauerte mehr als doppelt so lang. Wir machten das Beste daraus und suchten uns einen entspannten Platz. Als wir dann das offene Meer erreichten, nahm auch der Seegang zu. Das war für einige empfindliche Mägen zu viel aber die Crew steuerte bereits rechtzeitig gegen und verteilte Spuckbeutel. 😉 Uns machte das Schaukeln nichts und so erreichten wir gegen 12.30h Helgoland. Das traditionelle Ausbooten fand nicht statt, die MS Helgoland konnte bequem an der Südkaje anlegen.Helgoland (13)

Hochseeinsel

Helgoland ist die einzige Hochseeinsel Deutschlands und liegt rund 50 Kilometer vor der Nordseeküste. Was sie besonders macht: Sie gilt zollrechtlich als Ausland und gehört weder zum Zollgebiet der EU noch zum deutschen Steuergebiet, so dass dort alle Waren sowohl zoll- als auch mehrwertsteuerfrei verkauft werden. Der Sonderstatus geht auf die britische Herrschaft (1807–1890) zurück. Als die Insel 1890 an das Deutsche Kaiserreich unter Wilhelm II. übergeben wurde, blieben die unter englischer Herrschaft eingeführten Steuerfreiheiten vertraglich erhalten – und gelten bis heute. Es gelten allerdings Freimengen.Helgoland (11)

Die legendären Butterfahrten

Ab etwa 1953 entstanden die sogenannten Butterfahrten: Tagesausflüge auf Ausflugsschiffen, die von Häfen an Nord- und Ostsee ablegten und gezielt die deutsche Zollgrenze auf See überquerten. An Bord glichen die Schiffe schwimmenden Supermärkten, die vor allem Tabak, Spirituosen, Parfüm und ab 1969 günstige dänische Butter anboten, was dem Ganzen den Namen gab. Das Geschäft blühte jahrzehntelang, hatte aber seinen Haken: Pro Person durfte damals nur eine Stange Zigaretten zollfrei mitgenommen werden. Am 7. Juli 1981 erklärte der Europäische Gerichtshof die Abgabenfreiheit auf den „Butterschiffen“ bereits für unvereinbar mit dem EU-Recht, doch es dauerte bis zum 1. Juli 1999, ehe die Butterfahrten endgültig verboten wurden.Helgoland (14)

Entlang des Klippenrandweges

Der Klippenrandweg ist ein beliebter Weg, der durch das Oberland der Insel führt. Oberland bedeutet leider, dass man zunächst hinauf muss, entweder über 184 Stufen oder mit einem Fahrstuhl. Der Weg bietet tolle Aussichtspunkte, u.a. auf den Lummenfelsen und auf die Lange Anna und ist rund 4km lang. Wir steuerten den Weg als erstes an, da wir uns die Inselhighlights natürlich nicht entgehen lassen wollten. Bei unserem Besuch war es sehr windig aber das gehört zur Küste ja mit dazu. 🙂Helgoland (18)

Lummenfelsen

Mit nur 1,1 Hektar Fläche ist der Lummenfelsen das kleinste Naturschutzgebiet Schleswig-Holsteins und eines der kleinsten in ganz Deutschland und trotzdem das Naturschutzgebiet mit der größten Brutvogeldichte des gesamten Landes. Vom Klippenrandweg aus hat man freien Blick auf den Felsen und kommt den Vögeln erstaunlich nah. Und da war wirklich einiges los!

Die Lange Anna

Das absolute Wahrzeichen Helgolands ist die Lange Anna – ein 47 Meter hoher, freistehender Brandungspfeiler aus rotem Buntsandstein an der Nordwestspitze der Insel. Er steht unter Naturschutz und darf nicht betreten werden, vom Klippenrandweg bieten sich aber spektakuläre Fotomotive. Ursprünglich war die Lange Anna Teil eines größeren Felsgebildes aus vier Säulen, die durch natürliche Felsbögen miteinander verbunden waren. Am 16. Mai 1860 stürzte die letzte natürliche Felsbrücke bei einer Sturmflut ein, und die schlanke Nadel blieb als eigenständige Formation zurück.Helgoland (6)

Hummerbuden und Unterland

Die Hummerbuden sind 39 nummerierte, farbenfrohe Reihenhäuschen direkt am Binnenhafen des Unterlandes. Ursprünglich waren sie schlichte, uneinheitliche Fischerschuppen an verschiedenen Stellen der Insel und dienten als Werkstätten und Lagerräume der Helgoländer Hummerfischer. Erst nach der nahezu vollständigen Zerstörung Helgolands im Zweiten Weltkrieg und der Wiederbesiedelung ab 1952/1954 entstanden die heutigen Buden. Die bunten Holzhütten beherbergen heute Galerien, Schmuckläden und Gastronomie. Man kann sie auf Helgoland gar nicht übersehen.

Was es sonst noch gibt

Wir hatten rund 4 Stunden vor Ort, da schafft man zwar viel aber auch nicht alles. Interessant fanden wir noch das unterirdische Tunnelnetz. Es erstreckte sich Ende des Zweiten Weltkriegs auf nahezu 14 Kilometer Länge. In diesen Stollen lagen Munitionsdepots, Soldatenunterkünfte, Küchen und sogar ein eigener Operationssaal. Ein komplettes militärisches Untergrundleben unter der kleinen Insel. Heute ist ein 140 Meter langer, erhaltener Abschnitt direkt am Fahrstuhl zum Oberland als Museum zugänglich.

Die Helgoländer Düne ist deutlich kleiner als die Hauptinsel und besteht fast vollständig aus feinem Sandstrand. Sie war ursprünglich durch eine natürliche Sandbank mit Helgoland verbunden, wurde aber im Laufe der Jahrhunderte durch Sturmfluten abgetrennt. Heute ist sie mit der Dünenfähre erreichbar. Aus der Ferne sieht man den markanten rot-weiß gestreiften Leuchtturm. Highlight der Düne sind die freilaufenden Kegelrobben und Seehunde, die sich auf der Düne sonnen und ihre Jungen großziehen. Man kann sie auf ausgeschilderten Wegen hautnah beobachten.

Rückfahrt

Für uns ging es mit vielen Eindrücken im Gepäck am Nachmittag wieder zurück nach Cuxhaven. Die MS Helgoland war nun deutlich voller und wir hatten Mühe einen Sitzplatz zu finden, wurden schließlich aber im Restaurant fündig. Die Rückfahrt verlief deutlich ruhiger und wir waren froh, dass es mit dem Ausflug nach der Absage dann doch noch geklappt hat. Helgoland lohnt sich!Helgoland (12)

 

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