Wir verbrachten einen ruhigen und entspannten Tag in Celle, der irgendwie unterschätzten historischen Stadt im Norden Deutschlands.
Winterliche Atmosphäre im Französischen Garten
Der Tag begann für uns nach einem selbst zusammen gebastelten Frühstück in unserer Unterkunft im Französischen Garten, einem der ruhigeren Rückzugsorte Celles. Vor dem zugefrorenen Teich stand ein Fotograf, der die winterliche Szene festhielt – der sah wirklich täuschend echt aus, war aber dann doch nur eine Kunstinstallation, aber wirklich sehr spannend und mit Witz. Die Wasserfläche war eisig still und glatt, die kahlen Bäume wirkten in der Allee fast ein wenig bedrohlich, aber dann auch wieder sehr stimmungsvoll für diesen Winter-Samstag. Kühle, frische Luft, dazu nur wenige Spaziergänger bzw. Besucher – das gefiel uns auf jeden Fall schon einmal.
Der lebendige Wochenmarkt
Danach führte uns der Weg zum Wochenmarkt in der Nähe des Alten Rathauses, der auch im Winter seinen gewohnten Rhythmus behielt. An Samstagen füllen dort Stände mit regionalen Produkten, frischem Brot, Käse, Obst, Blumen und kleinen Spezialitäten die Gassen rund um das historische Gebäude. Unauffällig, altmodisch, aber irgendwie war das auch sehr schön zu sehen, dass es solche Märkte noch gibt.
Die Fachwerkhäuser der Altstadt
Das Herzstück Celles bildet die dicht bebaute Altstadt mit ihren historischen Fachwerkhäusern. Besonders die Kalandgasse mit der alten Lateinschule ist bekannt für ihre Schönheit außergewöhnliche Architektur. Das Gebäude, das früher das Versammlungshaus der Kalandbrüderschaft war, wurde 1602 zur Lateinschule umgebaut. Die Fassade ist auch heute noch reich verziert mit Schnitzwerk, Inschriften und kunstvollen Details, die die Handwerkskunst vergangener Zeiten widerspiegeln. Und für all diejenigen Besucher, die des Lateinischen nicht mächtig sind, gibt es auch noch ein paar Aushänge, die die jeweiligen Inschriften übersetzen. Sehr zuvorkommend.
Das Hoppener Haus ist ein weiteresberühmtes Gebäude und beeindruckt mit seinen Figuren, Fabelwesen und kunstvollen Details, die die Erzählkraft der alten Fassaden sichtbar machen. Unglaublich, wie viel Mühe man sich damals mit den Häusern gegeben hat. Die lateinischen Sprüche an manchen Häusern verleihen der Szenerie zudem wie am Kalandhaus auch eine besondere Note, da sie das Selbstverständnis der damaligen Bauherren zeigen und die Bedeutung von Bildung, Wohlstand und Religion unterstreichen. Diese Leute waren wirklich stolz auf das, was sie geschafft haben. Sie können es auch noch sein, wenn man bedenkt, wie lange diese Fassaden überlebt haben.
Historische und moderne Architektur im Kontrast
Der Spaziergang führte auch durch modernere Stadtbereiche, in denen jüngere Bauten und teils brutalistische Architektur sichtbar sind – der ehemalige Karstadt in Celle, in der Bergstraße, ist ein gutes Beispiel dafür, wie man extrem fremdkörperlich wirkende, eigentlich ausgesprochen hässliche Architektur mitten in eine solche historische Altstadt packen kann. Dieser Kontrast zwischen Alt und Neu ist echt heftig. Aber auch diese Gebäude stammen hier aus ihrer eigenen Zeit und stehen hier ebenfalls teilweise unter Deckmalschutz. Man denke nur an die berühmte Horten-Kachel.
Abschluss im Balsen Outlet Store
Unseren Tag rundete ein Besuch im Bahlsen Outlet Store ab, wo wir uns noch mit einigen Schokoladentteilen versorgten. Dieser kleine kulinarische Abschluss machte den Bummel durch die Stadt dann auch vollständig – eine abwechslungsreiche Mischung aus Geschichte, Natur, ein wenig Brutalismus und kleinen Entdeckungen.
Celle präsentierte sich uns im Winter als eine Stadt voller Charme, Geschichte und entspannter Atmosphäre. Ein Spaziergang durch die Altstadt, die grünen Ecken und den Markt hat uns echt gut gefallen und wir kommen gerne noch einmal wieder. Nur die sprechenden Laternen blieben bei unserem Besuch leider stumm, aber das versuchen wir – zusammen mit dem Inneren des Schlosses – das nächste Mal halt erneut.














