Wir haben uns an einem Tag aufgemacht, um das Neckartal zwischen Heidelberg und Mosbach zu erkunden. Vier Stationen, unzählige Eindrücke und eine kleine Reise durch Zeit und Stadtleben – hier ist unser Bericht.
Start in Heidelberg und dann los nach Neckargemünd
Der Tag begann in Heidelberg, der schönen Stadt am Neckar. Von dort aus ging’s direkt los nach Neckargemünd, unserem ersten Halt. Schon beim Spaziergang durch die kleine Stadt fiel uns auf, wie viele Geschäfte leer standen. Manche Häuser waren echte Hingucker – mit riesigen, knalligen Kachelmotiven an den Fassaden und Briefkästen, die fast aus allen Nähten platzten. Besonders rund um die S-Bahn-Haltestelle wurde die Lage deutlich: Überall Graffiti, als ob alle Wände zum Zeichenblock für die Jugendlichen geworden wären. Uns kam direkt die Broken Window Theorie wieder in den Kopf. Wenn eine Scheibe zerbricht und nicht repariert wird, schaut man öfter weg – klar, wer soll bei diesem Anblick noch anders reagieren?
Weiter nach Neckarsteinach: ein kleines Fest für die Sinne
Nach unserem kleinen Spaziergang durch Neckargemünd ging’s weiter nach Neckarsteinach. Das Allerheiligenfest war in vollem Gange, die Stadt (auf der Hauptstraße) bunt geschmückt und voller Leben. Wir stiegen zur Burg auf, der Abstieg durch einen verwunschenen Wald mit ein paar umgestürzten Bäumen war sogar Teil des Europäischen Fernwanderwegs E8 – richtig schön und mal was anderes. Die Atmosphäre war dank des Wetters zwar etwas ungemütlich, aber genau das machte den Charme aus. Unten in der Stadt wurde es dann richtig lebhaft: Gesangsvereine, Selbstgebackenes, günstiger Wein, Kunsthandwerk plus ein kleiner Markt – echtes Traditionsfest mit viel Herz.
Eberbach: eine vergessene Vergangenheit
Weiter ging’s nach Eberbach. Das einst florierende Städtchen wirkte auf den ersten Blick wie aus einer Postapokalypse-Serie: viele alte Häuser mit schicken Nasenschildern, die noch den früheren Pomp verrieten, aber das mache Ganze auch etwas traurig. Fast jedes Geschäft war geschlossen, leerstehende Fassaden, verfallene Hotels – sogar das einstige Top-Hotel am Neckar, das 2019 noch ausgezeichnet wurde, ist mittlerweile abgerockt. Es schien, als sei die Stadt in den letzten Jahren stehen geblieben. Es ist wirklich schade, denn Eberbach hat so viel Geschichte und Potenzial.
Mosbach: das Ende der Reise, aber nicht des Eindrucks
Unser letzter Halt war Mosbach. Hier zeigte sich dasselbe Bild: eine alte, verödete Innenstadt. Wenige Leute unterwegs, viele Geschäfte zu, die Stadt wirkt aus der Zeit gefallen. Wir sind dann spät nachts zurück nach Heidelberg gefahren – mit einer Stunde Verspätung, weil die S-Bahn ausgefallen war – Personalmangel, sagten sie. Irgendwann, nach einer Fahrt von ungefähr einer Stunde, sind wir wieder zuhause angekommen und atmeten ein wenig erleichtert auf: Zurück in der Zivilisation.
Fazit: Ein spannender Tag voller Kontraste
Auch wenn das Neckartal zwischen Heidelberg und Mosbach heute eher verwahrlost wirkt, bietet es doch jede Menge Geschichten und Einblicke in vergangene Zeiten. Für alle, die Lust auf eine kleine Zeitreise haben, ist es ein ziemlich spannendes Erlebnis. Man merkt immer wieder, wie lebenswert und gleichzeitig herausfordernd der Wandel in diesen Städten ist. Ein Ausflug, der noch nachhallt.
Hier noch eine Galerie mit weiteren Eindrücken:






























