Wir rollten an jenem sonntäglichen Vormittag mit unserem Mietwagen durch die endlosen Olivenhaine der Valle d’Itria und machten einen kurzen Halt in Mesagne.
Wir staunten, wie Mesagne, nur 15 Kilometer südwestlich von Brindisi –, sich wie ausgestorben präsentierte. Mit rund 27.000 Einwohnern fühlte sich die Stadt an wie ein verschlafenes Dorf, gefühlt war der ganze Ort in der Kirche versammelt: Selbst die Piazzetta mit ihren pastellfarbenen Barockfassaden lag still da, alle Läden und Restaurants hatten geschlossen, sogar die Eisdielen. Nur das ferne Läuten der Madonna-del-Carmine-Kirche durchbrach die Ruhe.
Die Altstadt
Wir schlenderten trotzdem durch die herzförmige Altstadt, bewunderten die imposante normannisch-schwäbische Burg mit ihren mächtigen Wehrmauern, die von messapischen Wurzeln (8. Jh. v. Chr.), römischen Legionen, Byzantinern und Sveven kündeten.
Ein Blick zurück: die Messapier
Die Messapier waren ein antikes indoeuropäisches Volk, das ab dem 8. Jahrhundert v. Chr. das Salento in Süd-Apulien (z. B. Mesagne) besiedelte. Als Bauern, Hirten und Händler mit illyrischen Wurzeln widerstanden sie Römern und Griechen, bis sie um 266 v. Chr. romanisiert wurden; sie hinterließen Nekropolen, Keramik und Straßensysteme wie Teile der Via Appia.
Der Eindruck von Mesagne
In Mesagne scheint die Zeit still zu stehen, wir fühlten uns ein früheres Italien zurückversetzt und hätten hier gerne noch etwas mehr Zeit verbracht und beobachtet, wie sich die Gassen nach dem Gottesdienst füllten.










